Aktien genießen hierzulande in der Regel keinen guten Ruf: Viele Privatanleger sehen in der Geldanlage ein zu hohes Risiko. Deshalb hat die comdirect bank, die Consorsbank, die DAB Bank und ING-DiBa die „Aktion pro Aktie“ ins Leben gerufen, um mit Vorurteilen über die Aktie aufzuräumen. Dazu haben die vier führenden Banken eine Studie in Auftrag gegeben, bei der alle Ressentiments gegenüber Aktien bestätigt wurden: So halten 61% der Befragten Aktien für die risikoreichste aller Geldanlagen. Die Hälfte der Deutschen hält Aktien als langfristige Anlage sogar für sehr risikoreich. Obwohl Geldanlagen als wichtig hierzulande gelten, setzen sich gerade einmal 9% der Befragten einmal pro Woche mit ihrer persönlichen Finanzplanung auseinander. Die meisten (43%) empfinden die Auseinandersetzung mit ihrer Geldanlage sogar als notwendiges Übel.

Rendite könnte besser sein

Jedoch ist das Bewusstsein der Befragten für höhere Renditechancen bei Aktien grundsätzlich vorhanden: 40% der Deutschen sind der Ansicht, dass sie mehr aus ihrem Vermögen machen können, besonders diejenigen mit Sparbuch (48%), Tagesgeldkonto (52%) oder Festgeldkonto (61%). Nur gut ein Viertel aller Befragten meint, aktuell das Beste rauszuholen. Wer in Aktienanlagen investiert, ist meist zufriedener mit der Renditeentwicklung: So finden 54% derjenigen, die in ETF‘s investieren und 43% derjenigen, die in Einzelaktien anlegen, dass sie das Bestmögliche aus ihrem Vermögen machen. Der Schutz vor Verlusten scheint derweil eine große Rolle bei Anlegern zu spielen: So könnten sich 24% der Teilnehmer vorstellen in Aktien zu investieren, wenn ihre Bank gegen Verluste abgesichert ist.

DAX-Entwicklung wird unterschätzt. Quelle: Studie „Einstellung gegenüber Aktien und anderen Finanzanlagen in Deutschland“, Aktion pro Aktie 2015
DAX-Entwicklung wird unterschätzt. Quelle: Studie „Einstellung gegenüber Aktien und anderen Finanzanlagen in Deutschland“, Aktion pro Aktie 2015

Wissenslücken vorhanden

Auffällig an den Studienergebnissen ist, dass viele der Befragten, Lücken aufweisen, was das Wissen über Finanzkenntnisse in Deutschland angeht. So haben nur 10% die DAX-Entwicklung der letzten fünf Jahren richtig eingeschätzt – der Leitindex legte seit 2009 von 5.000 auf zwischenzeitlich 10.000 Punkten zu, was einem 100%igen Anstieg entspricht. Erschreckend ist, dass 34% keine Angaben machten bzw. nichts über die DAX-Entwicklung wussten.

Hat sich ein Privatanleger hingegen für die Aktie entschieden, denkt er in der Regel auch langfristig. Etwa drei Viertel der Befragten handelt höchstens zweimal pro Jahr, während lediglich rund 7% mehr als zehnmal im Jahr mit Aktien traden. Sicherheit wird für die Deutschen – wie für ihren Ruf bekannt – ganz groß geschrieben: So legen 71% der Befragten konservativ oder sicherheitsorientiert an. Lediglich 4% handeln jedoch spekulativ. Zudem haben 63% der Anleger mehr als zwei Werte im Depot, wodurch das Risiko besser gestreut wird als bei Investitionen mit weniger Titeln.

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