Das Thema Vorstandsvergütung steht im Mittelpunkt der Kodexänderungen des DCGK. Quelle: panthermedia/Aleksandar Radovanovic

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat die Neufassung Regelwerks zur Unternehmensführung verabschiedet. Sie wird nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten. Mit diesem Schritt ist innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen. In der Neufassung hat die Regierungskommission Anpassungen im Kapitel 4.2 „Vorstand – Zusammensetzung und Vergütung“ vorgenommen. Laut Klaus-Peter Müller, Vorsitzender der Regierungskommission, ist das Ziel der Kodexänderung die Aufsichtsratsarbeit weiter zu professionalisieren und zu stärken. „Die positive Resonanz auf unsere Anpassungsvorschläge unterstreicht, dass die börsennotierten Unternehmen für das Thema Vorstandsvergütung sensibilisiert sind und ein großes Eigeninteresse an mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit haben“, so Müller weiter.

Im Zuge der Verschlankung sowie Verbesserung der Lesbarkeit des Regelwerks hat die Kommission sechs Empfehlungen und eine Anregung gestrichen. Die neuen Änderungsvorschläge empfehlen den deutschen börsennotierten Unternehmen, die Vorstandsvergütungen unternehmensspezifisch nach oben zu deckeln und das angestrebte Altersversorgungsniveau festzulegen. Um die Vergleichbarkeit zu anderen Unternehmen sowie im Zeitverlauf zu verbessern, sollen wichtige zahlenmäßige Informationen zur Vorstandsvergütung in einheitlichen Tabellen aufbereitet werden. Die Kommission hatte dies ursprünglich als Anregung vorgeschlagen, jedoch im Laufe des Prozesses zu einer Empfehlung hochgestuft.  Im Hinblick auf den organisatorischen Umstellungsaufwand tritt dieser Punkt erst ab 2014 in Kraft.

Im September 2001 hatte die damalige Bundesministerin für Justiz, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, eine Regierungskommission eingesetzt, welche am 26. Februar 2002 den Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet hat. Dieser soll die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und -überwachung für nationale wie internationale Investoren transparent machen, um das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken.