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Seit inzwischen drei Jahrzehnten ist die Hahn-Gruppe als Asset Manager von Einzelhandelsimmobilien in Deutschland tätig. Die von der Gesellschaft entwickelten Fondsprodukte richten sich sowohl an private als auch an institutionelle Anleger. Derzeit betreut die Gruppe in ihren geschlossenen Fonds und Fondsprodukten ein Vermögen von knapp 2,3 Mrd. EUR. Gründer, Mehrheitsaktionär und Vorstandsvorsitzender Michael Hahn kehrte Anfang 2011 an die Spitze des Unternehmens zurück. Wir sprachen mit Vorstandsmitglied Thomas Kuhlmann über die Charakteristika eines Familienunternehmens und den aktuellen Geschäftsverlauf.

GoingPublic: Herr Kuhlmann, betrachten Sie die Hahn-Immobilien AG noch als „Familienunternehmen“?

Kuhlmann: Ich denke schon, da die Geschichte des Unternehmens untrennbar mit der Familie Hahn respektive Herrn Hahn als Mehrheitsaktionär und Vorstand verbunden ist. Zudem werden gewisse Werte, die vor allem in Familienunternehmen anzutreffen sind, auch bei uns sehr gepflegt und betont. Hierzu zählt vor allem die Konzentration und Ausrichtung auf den langfristigen Erfolg. Herr Hahn lässt sich nicht von kurzfristigen Stimmungen leiten. Für ihn spielen hingegen Kontinuität und Verlässlichkeit eine überaus wichtige Rolle. Dafür ist er schließlich auch bei unseren Kunden bekannt.

GoingPublic: Wie sehr prägt Gründer und Mehrheitsaktionär Michael Hahn bis heute die Gesellschaft?

Kuhlmann: Auch in den Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender befand sich Herr Hahn immer in einem engen Kontakt mit dem Unternehmen. Nach seiner Rückkehr in das operative Geschäft ist die Bindung noch größer geworden. Mir hat er wiederum den klaren Auftrag erteilt, um mich herum ein neues, schlagkräftiges Management-Team aufzubauen. Darüber hinaus ist mir Herr Hahns Credo stets im Gedächtnis: „Wir müssen in dem, was wir tun, ganz einfach besser als unsere Kunden sein.“ Nur dann, so ist er überzeugt, hat das Unternehmen eine Daseinsberechtigung. Überhaupt stellt er den Kunden und dessen Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt seiner Arbeit.

GoingPublic: Sie gehören seit dem Jahr 2009 dem Vorstand an. Was können Sie uns über die Herausforderungen seit dieser Zeit berichten?

Kuhlmann: Da wäre zum einen der operative Turnaround zu nennen, den wir erfolgreich und in durchaus nicht ganz einfachen Zeiten umsetzen konnten. Die zwei Vorstandswechsel innerhalb von elf Monaten waren auf der anderen Seite mit Sicherheit recht unglücklich und der Börse nicht ganz leicht zu vermitteln. Heute bin ich froh, wieder mit einem Unternehmer zusammenarbeiten zu dürfen, der sich in seiner Denkweise doch von so manchen angestellten Managern unterscheidet. Das Zusammenspiel mit Herrn Hahn funktioniert ohnehin bestens. Vor allem sind wir in der Lage, Entscheidungen schnell, dabei aber ohne Eile zu treffen.

GoingPublic: Im April wurde der Einstieg des Kapitalinvestors Joachim Loh bekannt, der kurz darauf auch in den Aufsichtsrat berufen wurde. Wie bewerten Sie dieses Engagement?

Kuhlmann: Da Herr Loh schon lange Jahre unser Kunde war, sehe ich diesen Schritt zunächst als wichtigen Vertrauensbeweis in unsere Arbeit. Ganz offenbar ist er zufrieden mit dem, was wir machen. Als Unternehmer kann er seine Kompetenz fortan über die Mitwirkung im Aufsichtsrat einbringen und uns zusätzlich Kontakte zu vermögenden Investoren und Family Offices vermitteln. Schließlich versteht er sich ausgesprochen gut mit Herrn Hahn. Beide verbinden ähnliche Werte und eine ähnliche unternehmerische Denkweise.

GoingPublic: Wird aus der Hahn Immobilien AG in einigen Jahren vielleicht die Loh Immobilien AG?

Kuhlmann: Für Herrn Hahn ist das Unternehmen sein Lebenswerk. Dass er eines Tages nicht mehr die Mehrheit halten könnte, ist sowohl für ihn als auch für mich kaum vorstellbar. Allerdings kann ich ebenfalls nicht ausschließen, dass Herr Loh weitere Anteile beispielsweise über die Börse hinzukauft. Bislang hat er sich aber stets so geäußert, dass er keine strategische Beteiligung von mehr als 25% an der Hahn-Gruppe anstrebt.

GoingPublic: Kommen wir auf Ihre Anleihe zu sprechen. Wie erklären Sie einen derart großen Zuspruch bei der Emission?

Kuhlmann: Die Resonanz, die in dieser Größenordnung selbst für uns etwas überraschend kam, bestätigt mich in der Meinung, dass Anleger die Vorteile einer bereits börsennotierten Gesellschaft durchaus zu würdigen wussten. So sind wir durch unser Listing im General Standard an ganz bestimmte Transparenz- und Publizitätspflichten gebunden. Viele Investoren schätzen überdies den Geist eines Familienunternehmens. Schließlich dürfte auch unser „A-“-Rating und die besondere Besicherungsstruktur der Anleihe den einen oder anderen Anleger überzeugt haben. Insgesamt war die Emission ein großer Erfolg für das Unternehmen.

GoingPublic: Für welche Zwecke möchten Sie die Gelder einsetzen?

Kuhlmann: Neben der Ablösung von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Anleihe sollen die Mittel vorrangig für Immobilienakquisitionen eingesetzt werden. Hier haben wir bereits konkrete Ziele im Auge. Wir möchten generell in der Finanzierung bankenunabhängiger werden und mögliche Chancen nutzen, die allein mit Eigenkapital für uns nicht darstellbar gewesen wären. Ziel ist es, unser Fondsgeschäft weiter auszubauen.

GoingPublic: Welche Faktoren bestimmen derzeit die Nachfrage nach Ihren Fondsprodukten?

Kuhlmann: Die Liquidität, die sich im Markt befindet, sucht im aktuellen Niedrigzinsumfeld händeringend nach Anlagemöglichkeiten. Aktien bleiben riskant und Anleihen bieten von wenigen Ausnahmen abgesehen nur eine magere Verzinsung. Dabei ist der Bedarf an langfristig stabilen Anlagen gerade bei institutionellen Investoren wie Versicherungen ungemein hoch. Diese müssen ihren Kunden wiederum eine bestimmte Mindestverzinsung garantieren. Mit einer Rendite zwischen 6 und 7% gelingt es uns, immer neue Investoren von unseren Produkten zu überzeugen. In diesem Zusammenhang erweisen sich auch unser 30-jähriger Track Record und unser Spezialisierungsgrad als äußerst hilfreich.

GoingPublic: Inwieweit bereitet Ihnen eine deutliche Konjunkturabschwächung Sorgen?

Kuhlmann: Wir investieren in Objekte mit einer stabilen, langfristigen Mieterstruktur und einer hohen Mieterbonität. Unsere Mieter sind meist Handelsunternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs anbieten. Hier wirkt sich ein konjunktureller Rückgang letztlich nur in geringem Maße aus. Welche Folgen sich allerdings auf Bankenseite ergeben, lässt sich nicht wirklich vorhersagen. Dank unserer Anleihe sind wir aber auch auf schwierigere Finanzierungsverhandlungen gut vorbereitet.

GoingPublic: Steht die Prognose, wonach Sie für das laufende Geschäftsjahr einen Überschuss zwischen 2 und 3 Mio. EUR erwarten?

Kuhlmann: Grundsätzlich hängt bei uns vieles vom Verlauf des vierten Quartals ab. Da wir aber bislang keine Gewinnwarnung veröffentlicht haben, kann man davon ausgehen, dass wir zu unserer Planung stehen. Mehr kann und darf ich hierzu nicht sagen.

GoingPublic: Herr Kuhlmann, haben Sie vielen Dank für das ausführliche Gespräch.