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Das Thema Wastemanagement wird immer bedeutender. Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erklärt Stephan Rind, CEO von OTI Greentech, wohin die Cleantech-Reise in Deutschland gehen wird, welchen Beitrag OTI dazu leisten kann und warum Wastemanagement immer wichtiger wird.

GoingPublic: Herr Rind, könnten Sie bitte kurz erklären, was OTI Greentech macht?

Rind: OTI Greentech hat sich auf Umwelttechnologielösungen bei Ölreinigung, -entsorgung und -recycling spezialisiert. Dabei konzentrieren wir uns auf die folgenden drei Geschäftsbereiche: Reinigung, Bodensanierung und Energy Solutions, wie die Reinigung von Ölbohrschlämmen.

GoingPublic: Und was macht Ihr Unternehmen  zu einem Cleantech-Treiber?

Rind: Klassische Cleantech-Themen wie Wind oder Solar sind in den vergangenen Jahren um den Bereich Wastemanagement ergänzt worden. Dieser Sektor gehört zu den aufstrebenden Bereichen des Cleantech-Sektors. 2011 hat OTI als erstes Unternehmen aus dem Bereich Wastemanagement ein Cleantech-Zertifikat vom Deutschen Cleantech Institut erhalten.

GoingPublic: Der Cleantech-Sektor wird trotz der Schwierigkeiten im Bereich Wind- und Solarkraft als Wachstumsmarkt gesehen. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Rind: Was die klassischen Cleantech-Themen wie beispielsweise die Energiewende angeht, sind wir in Deutschland auf einem guten Weg, jedoch fehlt noch ein konkreter Plan, wie mit den Kosten umgegangen werden soll. Dieser Umstand verunsichert die Branche ungemein. Den Solarboom der vergangenen Jahre müssen wir jetzt erst Mal verdauen, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass der Sektor in den kommenden 15 bis 20 Jahren weiter wachsen wird. Die entscheidende Frage wird allerdings lauten, ob man künftig intelligentere Wege findet, die Branche zu fördern oder ob der Sektor vielleicht sogar ganz ohne Förderung auskommt.

Stephan Rind, CEO, OTI Greentech
GoingPublic: Wo will sich OTI auf diesem Markt positionieren?

Rind: Ich gehe davon aus, dass das Thema Wastemanagement/Recycling seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Unternehmen in diesem Bereich wie beispielsweise Alba in Berlin weisen extrem gute Wachstumsraten auf. Und wenn ich den Blick von oben auf den Cleantech-Sektor wage, dann hat Wastemanagement definitiv das größte Wachstumspotenzial.

GoingPublic: Im Bereich Cleantech hat Deutschland eine Vorreiterrolle inne. Wird Deutschland Ihrer Einschätzung nach diesen Vorsprung halten können?

Rind: Meiner Meinung nach wird Deutschland im Cleantech-Bereich weiterhin eine führende Rolle spielen. Wenn es um nachhaltige Themen geht, ist das Verständnis der Bevölkerung sehr hoch. Zudem wird es auch von der Politik gestützt. Daher sind wir in Europa ganz klar der Leader. Und auf lange Sicht werden die fossilen Brennstoffe zu Ende gehen. Der Weg, den Deutschland eingeschlagen hat, ist auf jeden Fall der richtige. Daher bin ich mir sehr sicher, dass Deutschland seine Vorreiterrolle innerhalb Europas und auch weltweit weiterhin halten wird.

GoingPublic: Welche Auswirkungen hatte denn die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auf Ihr Unternehmen und die Auftragseingänge?

Rind: Die Ölkatastrophe in Mexiko war zu diesem Zeitpunkt unser größter Auftrag und darüber hinaus natürlich auch sehr öffentlichkeitswirksam. Unser Granulat hat seine Zulassung innerhalb der kürzesten Prüfzeit, die jemals von der amerikanischen Umweltbehörde EPA durchgeführt worden ist, bekommen. Allerdings war es nach zweieinhalb Monaten für einen Einsatz unserer Produkte auf dem Wasser leider schon zu spät. Zu diesem Zeitpunkt kamen bereits die herkömmlichen chemischen Produkte zum Einsatz. Mit unseren Produkten wurden die Strände gereinigt. Das Feedback war durchweg positiv. Dies war damals ein sehr wichtiger Meilenstein für uns.

GoingPublic: Nun gibt es ja auch sogenannte Nanoschwämme, mit denen man Wasser von Öl reinigen kann. Wäre so etwas eine ernstzunehmende Konkurrenz für OTI?

Rind: In den vergangenen Jahren gab es in diesem Bereich mehrere Innovationen. Trotzdem glaube ich nicht, dass es unserem Unternehmen etwas ausmacht. OTI hat sich vom reinen Katastropheneinsatz wegentwickelt und wird heute in nachhaltigen und wiederkehrenden Bereichen eingesetzt. Bei der Reinigung von Methanoltankern haben konnten wir beispielsweise in den vergangenen 12 Monaten mit unserem Produkt ECOSOLUT 14 Marine™ rund 20% Marktanteil weltweit erzielen.  Daher sehen wir die Reinigungsprozesse in der Industrie als nachhaltigen Träger unseres Geschäfts.

GoingPublic: Für die Umwelt wäre es sicher am besten, wenn es gar keine Ölkatastrophen mehr gäbe. Aber was würde das für Ihr Geschäftsmodell bedeuten?

Rind: Das würde unser Unternehmen nicht in seinen Grundfesten erschüttern. Der ganze Bereich Ölfeldreinigung macht etwas weniger als 5% des Umsatzes aus.

GoingPublic: OTI konnte kürzlich eine Finanzierungsrunde in Höhe von 3,3 Mio. EUR erfolgreich abschließen. Wofür sollen die frischen finanziellen Mittel konkret verwendet werden?

Rind: Zum einen soll damit das Entwicklungs- und Forschungsprogramm vergrößert werden. Dafür wurden rund 1 Mio. EUR aus den neuen Mitteln vorgesehen. Darüber hinaus soll mit dem frischen Kapital die weitere Expansion finanziert werden. In den letzten anderthalb Jahren haben wir in Kanada begonnen, unsere Produkte testen und einsetzen zu lassen. Durch diese Ölsandstrategie hat Kanada die zweitgrößte Ölreserve der Welt, aber teilweise verbunden mit sehr drastischen Umweltauswirkungen. Das Öl muss aus dem Sand gefiltert und separiert werden. Bei diesem Prozess entstehen Versorgungsreste, die immer noch Öl enthalten. Unser Produkt separiert 8 bis 12% mehr Öl aus dem Sand, als es bisher der Fall war. Daher haben wir für den Aufbau einer Tochtergesellschaft in Kanada ebenfalls rund 1 Mio. EUR eingeplant. Darüber hinaus wollen wir auch im Mittleren Osten wachsen.

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