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Investitionen in globale Märkte liegen voll im Trend. Auch in Israel boomen Investitionen in ausländische Vermögenswerte. Von lokalen Partnern organisierte Non-Deal Roadshows bringen deutsche börsennotierte Unternehmen und institutionelle Investoren aus Israel zusammen. Von Klaus Rainer Kirchhoff und Iris Lubitch

Der israelische Kapitalmarkt wächst kontinuierlich und hat inzwischen ein Volumen von 500 Mrd. EUR erreicht: Insgesamt werden in Israel aktuell rund 40% der gesamten von Unternehmen verwalteten Vermögen in ausländische Vermögenswerte investiert.

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Deutschen börsennotierten Gesellschaften bietet dieser Trend eine ausgezeichnete Gelegenheit, ihre Aktionärsbasis durch institutionelle Investoren aus Israel zu erweitern und zu diversifizieren. Um das Interesse potenzieller Investoren zu wecken, gilt es zunächst, auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und Vertrauen in die Leistungen und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu vermitteln.

Im persönlichen Gespräch überzeugen

Auf dem Weg dorthin geht nichts über die persönliche Vorstellung und das direkte Gespräch. Gerade israelische Investoren schätzen den persönlichen Austausch mit dem Management der Gesellschaften. Kapitalmarktkonferenzen sind eine gute Möglichkeit zum Kennenlernen. Weitaus effizienter und gezielter lassen sich institutionelle Investoren und Unternehmen jedoch mittels eigens für das Unternehmen und die Investoren organisierter Roadshows zusammenbringen.

Ein Ansatz, der über die letzten Jahre auch in Israel immer populärer geworden ist, sind die sogenannten Non-Deal Roadshows (NDRs). Anders als ihre „normalen“ Pendants – beispielsweise im Vorfeld eines Börsengangs – hängen NDRs nicht zwingend mit der Emission von Wertpapieren zusammen. Vielmehr dienen sie vor allem dem besseren gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. Die Investoren erhalten so aus erster Hand alle wesentlichen Informationen zum Unternehmen, der Strategie, der künftigen Unternehmensentwicklung und der Zukunftsvision des Managements. Von einer gut organisierten NDRprofitieren also beide Seiten: Die israelischen Investoren haben Gelegenheit, in direkten Dialog mit Unternehmen zu treten, in die sie möglicherweise investieren wollen, und die deutschen börsennotierten Unternehmen gewinnen neue Investoren und können somit ihre Aktionärsbasis verbreitern und internationalisieren.

Verbindung des deutschen und israelischen Kapitalmarkts durch vertrauensvolle Zusammenarbeit

Die meisten internationalen Investmentbanken besitzen keine Dependance in Israel. Für eine möglichst effiziente und erfolgreiche Organisation von NDRs sind deshalb vertrauensvolle Kooperationen mit lokalen Partnern unabdingbar: Eine solche Kooperation haben die Hamburger Agentur für Finanzkommunikation Kirchhoff Consult und die auf Investor Relations und strategische Unternehmensberatung spezialisierte Boutique EffectiveIR aus Tel Aviv geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine fruchtbare Verbindung zwischen dem deutschen und dem israelischen Kapitalmarkt zu schaffen und es beiden Märkten zu ermöglichen, ihre Vermögenswerte durch ein besseres gegenseitiges Kennenlernen zu optimieren.

Börsennotierte deutsche Unternehmen haben mit der Durchführung von NDRs im israelischen Kapitalmarkt bereits hervorragende Erfahrungen gemacht. Auch das Feedback der Investoren war sehr positiv: Insbesondere die überaus informativen Präsentationen sowie die Umsetzung der Strategien der jeweiligen Unternehmen vermochten sehr zu beeindrucken.

Erste erfolgreiche Transaktionen bereits abgeschlossen

Mehrere erfolgreiche Transaktionen, die in den letzten Jahren bereits zwischen deutschen Unternehmen und israelischen Investoren stattgefunden haben, spiegeln die starke und solide Verbindung zwischen den beiden Ländern und ihren Kapitalmärkten wider: So investierte beispielsweise die Versicherung Harel, einer der größten institutionellen Investoren in Israel, 60 Mio. EUR in die zur Vivion-Gruppe gehörende deutsche Gesellschaft Golden Capital. Aroundtown (AT1) sammelte 450 Mio. EUR ein, wovon ein erheblicher Teil aus Israel kam. Altshuler Shaham, einer der führenden globalen Investoren in Israel, investierte in ein Volkswagen-Lager in der Nähe von Kassel. Außerdem verwalten israelische Investmenthäuser Fonds, die in den deutschen Kapitalmarkt investieren.

 

Dieser Artikel ist eine Vorabveröffentlichung aus unserem Magazin. Die neue Ausgabe erscheint am 3. August

Über den Autor

Klaus Rainer Kirchhoff

Klaus Rainer Kirchhoff ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG und berät mittelständische Unternehmen in den Bereichen Investor Relations, Kapitalmarkttransaktionen und Finanzberichterstattung.

Iris Lubitch

Iris Lubitch ist Inhaberin des Investor-Relations- und Strategieberatungsunternehmens EffectiveIR, das auf die Optimierung des Zugangs von Unternehmen zum Kapitalmarkt und einen erfolgreichen und effektiven Dialog mit Investoren spezialisiert ist,