Der Jupiter-Fixed Income Fondsmanager  Ariel Bezalel weist in einem aktuellen Kommentar darauf hin, dass sich die Russland-Strategie in dem von ihm verwalteten Jupiter Strategic Bond Fonds dank anziehender Rohstoffpreise und einer wirtschaftlichen Stabilisierung im Zuge der Entspannung im Ukraine-Konflikt besonders gut entwickelt hätte.

„Zudem hat der Rubel seit Anfang Februar gegenüber dem Dollar fast 30% an Boden gut gemacht . Wir beurteilen Russland positiv und haben daher unser Engagement in den letzten Wochen ausgebaut sowie bei einigen Positionen die Duration verlängert, da sich die Konjunkturaussichten des Landes inzwischen aufhellen,“ so der Fixed Income Spezialist.

Unternehmensanleihen aus dem Energiesektor
In Russland hatten er und sein Team selektiv in kurzlaufende Unternehmensanleihen im Energiesektor investiert – zum Beispiel in Gazprom und Lukoil. „Russische Unternehmensanleihen erlitten im vergangenen Jahr einen Ausverkauf als der Konflikt in der Ukraine und der Ölpreisverfall den Rubel auf eine Talfahrt geschickt hatten. In diesem Umfeld konnten wir Unternehmen identifizieren, die unserer Ansicht nach aufgrund ihrer Bilanzen ohne weiteres ein AA- oder A-Rating verdient hätten. Infolge der Investorenabneigung gegenüber Russland weisen die Papiere dieser Emittenten aber nun Renditen auf, wie sie eher BB- oder B-Anleihen gebühren würden,“  erklärt Bezalel.

Essentiell bei der Umsetzung solcher Investmentideen sei laut Bezalel die „Detailaufmerksamkeit“ des Teams. So könne die Fokussierung auf einen bestimmten Teil der Kapitalstruktur eines Unternehmens oder die selektive Auswahl von Sektoren in einem Land häufig den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Anlage machen. In Russland hat er und sein Team sich zum Beispiel große Dollarverdiener wie Evraz (Stahl) und Alrosa (Diamanten) entschieden, weil sie eine weitgehend auf Rubel lautende Kostenbasis aufweisen und somit von der Schwäche ihrer Heimatwährung profitieren würden. „Einige dieser Positionen sind kurzfristig ausgelegt, da die Anleihen, die wir kaufen, in der Regel nur wenige Monate bis zum Rückzahlungstermin haben,“ erklärt er.

Vorsichtiger bei Schwellenländern
Der Investor ist allerdings gegenüber den Emerging Markets insgesamt zuletzt vorsichtiger geworden. Grund: Viele dieser Länder würden mit erheblichen wirtschaftlichen und finanziellen Problemen kämpfen.“ Vor allem an den Devisen- und Anleihenmärkten in Ländern wie Brasilien, der Türkei und Südafrika ist es für Anleger in den letzten zwölf Monaten aufgrund der toxischen Kombination aus US-Dollar-Stärke, niedrigeren Rohstoffnotierungen und hoher Dollarverschuldung recht ungemütlich geworden,“ schreibt Bezalel in einem aktuellen Kommentar.

Trotz massiver Kapitalabflüsse hätten sich diese Märkte im bisherigen Jahresverlauf etwas erholt. „Aus unserer Sicht sind die Emerging Markets deshalb aber noch nicht über den Berg,“ so der Anleihenmanager. Die Gewichtung der Schwellenmärkte im Portfolio bleibe daher insgesamt weiter gering.

 

 

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