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Frank Schramm (links) und Arne Speer, Board Member, Bilfinger Berger Global Infrastructure SICAV S.A.

In Zeiten unsicherer Kapitalmärkte sind Infrastruktur-Fonds eine interessante Anlageform. Ende 2011 ging der Bilfinger Berger Global Infrastructure Fonds (BBGI), ein deutscher PPP-Infrastruktur-Fonds, mit einem Investitionsvolumen von 212 Mio. GBP an die Londoner Börse. Im Interview mit dem GoingPublic Magazin erklären Frank Schramm und Arne Speer, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert waren und warum die Wahl des Börsenplatzes auf London fiel.

GoingPublic: Herr Schramm, Herr Speer, was macht einen Infrastruktur-Fonds zu einem guten Investment?

Schramm: Gerade in verunsicherten Kapitalmärkten stößt ein Infrastruktur-Fonds auf großes Interesse, da die hohe Bonität der Projekte und deren breite internationale Verteilung sowie die zu erwartende Verzinsung den Fonds besonders für institutionelle Investoren, aber auch für Vermögensverwalter als Beimischung sehr attraktiv machen.

GoingPublic: Warum haben Sie sich für einen Börsengang entschieden?

Schramm: 2011 hatte die BBPI* Eigenkapital in Höhe von 400 Mio. EUR weltweit in PPP-Projekte investiert, und ein signifikanter Anteil dieses Portfolios war entweder bereits in der Betriebsphase oder stand kurz vor der Eröffnung für die öffentlichen Nutzer und hat Dividenden ausgeschüttet. So entstand die Idee, an die Börse zu gehen.

Speer: Es war ein langer Weg bis zur Börseneinführung. Aber nach über einem Jahr Vorbereitung notiert die BBGI mit Sitz in Luxemburg seit dem 21. Dezember 2011 an der Londoner Börse im Premiumsegment. Und seit März 2012 sind wir auch im „FTSE all share“ und dem „Small Cap Index“ vertreten.

GoingPublic: Wie hoch war das Interesse der Investoren?

Speer: Die Platzierung der 212 Mio. Aktien zu 1 GBP war signifikant überzeichnet; nach der Finanzkrise der letzten Jahre war der Markt für Börsengänge 2011 quasi ausgetrocknet.

Schramm: Unser IPO war der größte Börsengang im zweiten Halbjahr 2011 an der Londoner Börse. Rund 80% der Aktien werden von institutionellen Anlegern gehalten, während Bilfinger Berger noch knapp 20% als strategische Investition behält. Damit ist die BBGI ein von Bilfinger Berger unabhängiges Unternehmen. BBGI strebt eine jährliche Dividendenrendite von mindestens 5,5% auf den Nennwert von 1 GBP pro Aktie an und eine Gesamtrendite von 7 bis 8% IRR.

GoingPublic: Wie konnten Sie das Interesse der Investoren wecken?

Speer: Unser international und langfristig ausgelegtes Portfolio ist für Investoren sehr attraktiv – insbesondere auch durch die Diversifikation in Australien und Kanada mit einem Anteil von über 50% am Gesamtportfolio. Mit einem AAA-Rating sind diese Länder weitgehend unbeschadet durch die Finanzkrise gekommen. Die Einnahmen in Form von Verfügbarkeitsentgelten kommen von staatlichen oder quasi staatlichen Institutionen und sind i.d.R. über einen Zeitraum von 25 bis 30 Jahren fixiert und sichern somit die langfristig stabilen und inflationsgeschützten prognostizierten Dividenden für die Investoren. Außerdem wird der Fonds intern gemanagt, d.h. es gibt keinen dritten Investmentberater, der das Management gegen eine jährliche Gebühr durchführt. Mit insgesamt acht bis zehn Mitarbeitern wird das Portfolio eigenständig gemanagt. Dies bringt Kostenvorteile für die Investoren mit sich und vermeidet zudem potenzielle Interessenkonflikte.

Schramm: Zudem hat unser Fonds bis 2016 einen bevorzugten Zugriff beim Verkauf von Infrastrukturprojekten durch BBPI. Entsprechend einer Pipeline-Vereinbarung hat BBGI exklusiv das Recht, ein Angebot abzugeben. Grundsätzlich bringt Wachstum Vorteile: eine größere Risikodiversifikation und eine höhere Liquidität der Aktie – wichtige Entscheidungskriterien potenzieller Investoren.

Quelle: BBGI
GoingPublic: Warum haben Sie sich für die Londoner Börse entschieden?

Schramm: Die Wahl des richtigen Börsenplatzes ist eine der wichtigsten Überlegungen, und hier entscheidet im Wesentlichen das Interesse der zukünftigen lokalen und internationalen Investoren am jeweiligen Börsenplatz. Wir haben uns für London entschieden, da die in UK basierten Investoren sowohl mit dem Geschäftsmodell „PPP/PFI“ vertraut als auch die Vorteile einer Beteiligung an einem Infrastruktur-Fonds ihnen bekannt sind.

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