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Ratlosigkeit nur beim Fragesteller – die beiden Debt Capital Markets-Spezialisten hatten auf (fast) alles probate Antworten.

 

GoingPublic: Die DVFA hat eigene Kennzahlen für Anleiheemissionen, jetzt die Börse Stuttgart mit EBD-Kennzahlen und Risikoeinstufungen – umgeht der Markt hier die Ratings?

Bock: Nein, die Ratings werden nicht umgangen. Der Markt entwickelt sich einfach nur weiter. Neben den Ratings werden neue Standards gesetzt, um die Qualitätsmerkmale der Unternehmen präsentieren zu können.

GoingPublic: Es haben sich vor allem drei Covenants durchgesetzt, Change-of-Control, Negativerklärung und Cross Default. Ist das schon das obere Ende?

Kaufmann: Die bekannten drei sind diejenigen, die Investoren inzwischen auf jeden Fall drin sehen möchten. Die sind jetzt weitgehend Standard. Aber die Entwicklung steht nicht still. Je nach Höhe des bestehenden Verschuldungsgrades, der EK-Quote und der Eigentümerstruktur kommen zusätzliche Covenants wie Verschuldungsbegrenzung oder eine Beschränkung von Ausschüttungen in Betracht. Der gesamte Markt unterliegt einem Entwicklungsprozess.

Bock: Die Richtung geht zu internationalen Standards, die sich bewährt haben. Von richtigen High-Yield-Strukturen mit zig Seiten an Covenants und Formeln sind wir hier aber noch einige Stufen entfernt, und das sollte auch so bleiben. Die Covenants sollten auch an der Branche und der Eigentümerstruktur festgemacht werden – der Eigentümer soll ja nicht regelrecht gefesselt werden.

GoingPublic: Thema Nachplatzierung: Wie sinnvoll ist es, die Zeichnungsmöglichkeit praktisch unendlich auszudehnen?

Kaufmann: Davon halten wir gegenwärtig nicht viel. Institutionelle Investoren sehen eine Nachplatzierung eher kritisch. Bei allen unseren Emissionen haben wir bisher das übliche Zeichnungsfenster von maximal zwei Wochen vorgesehen, und dann machen wir einen klaren Cut.

GoingPublic: Meine Herren, vielen Dank an Sie beide für das interessante Gespräch.

Das Interview führte Falko Bozicevic.

 

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