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Der auf die Vermittlung von Krediten für das KMU-Segment spezialisierte Anbieter will mit dem IPO bis zu 20 Mio. EUR an frischen Mitteln generieren, die dem Wachstumskurs des Unternehmens eine zusätzliche Dynamik geben sollen. Mittelfristiges Ziel ist die führende Position in Deutschland sowie die Expansion in weitere ausgesuchte europäische Märkte. Von Ike Nünchert

Börsengang

Das Angebot umfasst bis zu 250 Tsd. neue, auf den Inhaber lautende Stammaktien aus einer Kapitalerhöhung, die Investoren im Angebotszeitraum bis zum 18.Juli zu einem Fixum von 80 EUR je Aktie zeichnen können. Die Erstnotiz im Prime Standard ist für den 25.Juli vorgesehen. Vor dem Börsengang ist das Grundkapital auf rund 1,1 Mio. Stammaktien verteilt.

creditshelf könnte damit bei vollständiger Zeichnung aller angebotenen Aktien einen Bruttoemissionserlös von 20 Mio. EUR erzielen. Sollten die neuen Aktien nicht vollständig gezeichnet werden, hat die langfristige Mehrheitsgesellschafterin Hevella Capital eine Backstop Order von bis zu 15 Mio. EUR abgegeben. Insofern wird sich die Marktkapitalisierung nach dem Börsengang auf 105 bis 110 Mio. EUR belaufen. Der Free Float beträgt bis zu max. 18,2%.

Hevella hält bis vor dem Börsengang rund 46% der Anteile an creditshelf, 23,2% bzw. 21,7% halten CEO Dr. Tim Thabe und COO Dr. Daniel Bartsch. Der Rest teilt sich auf mehrere Minderheitsgesellschafter auf. Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner ist die Commerzbank. Dazu fungiert Lazard als Finanzberater für creditshelf. „Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung wollen wir diesem dynamischen Wachstum unseres Geschäfts Rechnung tragen“, erklärt CEO Thabe.

creditshelf – Angebotsübersicht Emissionsparameter
WKN A2LQUA
Zeichnungsfrist bis18.Juli
Erstnotiz 25.Juli
Preis 80 EUR
MarketCap 105 bis 110 Mio. EUR
Marktsegment Prime Standard, Frankfurt
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen 15 bis 20 Mio. EUR
Konsortium Commerzbank (SoGlCo & SoBr.), Lazard (Finanzberater)
Free Float max. 18,2%

Mittelverwendung

creditshelf will den erwarteten Nettoemissionserlös von bis zu 16,3 Mio. EUR nutzen, um die bisher verfolgte Wachstumsstrategie zu festigen und auszubauen. Dazu zählt das Unternehmen sowohl die Entwicklung neuer Produkte und darin insbesondere eingeschlossen die Weiterentwicklung des eigenen datengestützten Risikoanalyse-Algorithmus wie auch die Entwicklung von neuen Dienstleistungen. Ebenso soll die derzeit noch in der Anfangsphase steckende Kooperation mit Banken wesentlich erweitert werden. Zur Steigerung des Bekanntheitsgrads des Unternehmens plant das Management zudem zusätzliches Geld ins Marketing zu investieren. Ferner werden die Mittel für neues Personal sowie für Zahlungen im Rahmen bestimmter Mitarbeiterbeteiligungsverträge eingeplant.

Unternehmen

creditshelf wurde 2014 in Frankfurt mit dem Ziel gegründet, den Finanzierungsbedarf kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) mit einem Jahresumsatz zwischen 2,5 Mio. und 100 Mio. EUR sowie einem Kreditrating zwischen BB und B per Kreditvermittlung über seine selbst entwickelte Online-Kreditplattform zu verbessern. Das Produktangebot umfasst dabei unbesicherte Kredite mit einer Laufzeit von einem bis 60 Monaten und einem Volumen von bis zu 5 Mio. EUR.  Vermittelt werden aktuell nur Kredite an deutsche Kreditnehmer – die Investoren auf der Plattform können dagegen auch international sein.

Dabei gewährt creditshelf selbst keine Kredite, vielmehr dient die creditshelf-Plattform als Vermittlungsmedium zwischen ausgewählten kreditsuchenden Unternehmen und an dieser Anlageform interessierten Investoren. Die Kredite selbst werden aber nicht von den Investoren vergeben sondern über eine Fronting Bank, die über eine nach deutschem Recht für die Kreditvergabe erforderliche Banklizenz verfügt. Aktuell arbeitet creditshelf dafür mit der MHB Bank  zusammen.

Wenn Investoren über die Plattform ausreichende Finanzierungsangebote eingereicht haben, trifft die Fronting Bank die Entscheidung zur Kreditvergabe. Fällt diese positiv aus, vergibt die Bank den Kredit an den Kreditnehmer und die daraus resultierenden Forderungen werden an die Investoren verkauft und übertragen.

creditshelf erhält schließlich für die Vermittlung sowohl von den KMU-Kreditnehmern als auch von den Investoren Gebühren. Diese erhebt das Unternehmen vor allem auch, weil die eingegangen Kreditanfragen der KMU entsprechend gefiltert werden müssen. Die Kreditexperten des FinTechs beurteilen also die Kreditwürdigkeit potenzieller Kreditnehmer,stellen dazu ein standardisiertes Kreditscoring bereit und ermitteln darüber für die Investoren eine indikative Kouponspanne (Zinsbandbreite) zum jeweils ausgewählten Kredit.