Mitteilung läßt staunen Mittlerweile haben wir uns bereits daran gewöhnt, von einigen Unternehmen, die sich nach Aufmerksamkeit sehnen, mit Meldungen zu solchen Lappalien überhäuft zu werden. Die jüngste Mitteilung von FortuneCity zur geplanten Werbekampagne ließ uns allerdings wieder einmal staunen.

FortuneCity.com Zum Unternehmen: FortuneCity.com ist nach eigenen Angaben das international größte und wachstumsstärkste Netzwerk von Internet Communities in unterschiedlichen Landessprachen. FortuneCity versteht sich als eine virtuelle Stadt, in der Internet-User sich als "Bürger" registrieren lassen können, um anschließend – wie im richtigen Leben – zu kommunizieren und Geschäfte zu machen. Der Umsatz, der im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres noch unter 1 Mio. US-$ lag, belief sich im zweiten Quartal 99 auf immerhin über 1,5 Mio. US-$. Das Konsortiumsmitglied Sal. Oppenheim legte Ende Februar eine Studie vor, wonach sich der Umsatz im Gesamtjahr 1999 auf 10,5 Mio. US-$ belaufen soll.

Fehlbetrag Dabei "erwirtschaftete" FortuneCity im ersten Halbjahr einen Fehlbetrag von 7,7 Mio. US-$ nach 1,1 Mio. US-$ im Vorjahreszeitraum. Zurückzuführen sei dies in erster Linie auf die Aufwendungen in den Bereichen Vertrieb und Marketing, die gegenüber dem ersten Halbjahr 98 von 200.000 US-$ auf 6,2 Mio. US-$ gesteigert wurden.

Wachstum der Fehlbeträge Um das kräftige Wachstum der Fehlbeträge auch in Zukunft durchhalten zu können, hat FortuneCity sich einen neuen Clou ausgedacht: Eine neue Werbekampagne muß her! Diese muß allerdings größer und teurer sein, als alle vorherigen. FortuneCity engagierte dazu die Top-Agentur Jung von Matt aus Hamburg, die in TV, Radio und Printmedien für das Angebot werben und den Bekanntheitsgrad weiter steigern soll. Für die kommenden 12 Monate, beginnend mit dem 1. September, wird das Unternehmen alleine auf dem deutschen Markt 8 bis 10 Mio. DM in Werbung investieren! Dies entspricht dem vierfachen Umsatz aus dem ersten Quartal diesen Jahres! Bleibt die Frage, welche Summen das Unternehmen in anderen Ländern für die Werbung ausgeben wird…

Für GoingPublic steht fest: Wer so verschwenderisch mit dem Geld der Aktionäre umgeht, hat dasselbe nicht verdient!

Die Kolumne erscheint börsentäglich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.

 

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