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Der Neue Markt ist fundamental überhitzt und es wird Zeit für einen Winterschlußverkauf. „Korrekturen sind wunderbar – da heißt es für mich nur: Shopping!“, so hat es Peter Lynch einmal ausgedrückt.

Wenn wir auch heute noch nicht zusammen auf Shopping-Tour gehen können, so haben wir uns doch ein kleines Experiment ausgedacht, mit dem wir Sie in der Zwischenzeit etwas bei Laune halten können. Nennen wir es „Geldvernichten“. Die Idee ist folgende: Sie haben 100.000 Euro Spielgeld, die Sie in Aktien des Neuen Marktes investieren müssen. Ferner ist vorgeschrieben, daß Sie 5 Positionen mit je 20.000 Euro eingehen. Stellen Sie sich nun vor, jemand zahlte Ihnen Ihren Verlust, den Sie in einem Monat erwirtschaften können in bar aus. Im Prinzip handelt es sich also um risikoloses Leerverkaufen. Die Frage ist nun: Wie vernichten Sie so viel Geld wie möglich? Nichts leichter als das sagen Sie? Gut. Fangen wir an.

Wir wollen dabei die schlechtesten Aktien des nächsten Monats nach harten Fakten und nicht nach subjektiven Kriterien auswählen. Dazu entwickeln wir vier Szenarien. Szenario A bedeutet, daß der Bullenmarkt grundsätzlich so weiter läuft wie bisher und Szenario B sagt, daß wir im nächsten Monat eine Korrektur sehen. Um die Situation klar und einfach zu halten, könnte man folgende Prognosen wagen: Im Fall A werden die Aktien, die in der jüngeren Vergangenheit (sagen wir 3 Monate) am schlechtesten abgeschnitten haben auch im nächsten Monat zu den schlechtesten gehören. Die besten Geldvernichter im Szenario A wären also: Prout, Beta Systems, Kleindienst, GFN und Hoeft & Wessel. Für das Szenario B wollen wir annehmen, daß die besten Aktien der letzten drei Monate am stärksten korrigieren. Das waren: Emprise, Ricardo, 1&1, Netlife und Adva Optical. Nun brauchen Sie lediglich zu entscheiden ob Fall A oder B realistischer ist und wählen dementsprechend Ihre Aktien.

Natürlich gibt es tausend andere Strategien, wie Sie sich in diesem Fall verhalten könnten. Es erscheint z.B. sinnvoll die Aktien nach Ihrem Beta zu sortieren. Aktien mit einem hohen Beta reagieren stärker auf Marktschwankungen als solche mit einem niedrigen. Jene Aktien werden im Falle einer Marktkorrektur wahrscheinlich auch am stärksten korrigieren. Auch könnte man die Zeitspanne von drei Monaten auf einen Monat variieren. Die Tops des letzten Monats waren etwa: Netlife, Cor, MorphoSys, D.Logistics und Artnet. (Szenario C) Die Flops waren: Fluxx.com, Mosaic, Kinowelt, Intertainment und Tomorrow (Szenario D).

Welche dieser vier Gruppen wird im nächsten Monat also am besten, welche am schlechtesten abschneiden? Es erscheint nicht unwahrscheinlich, daß die beiden Flop-Aktien-Gruppen um Fluxx.com und Prout einfach aus technischen Gründen besser als der Markt performen dürften. Im Falle einer Korrektur erscheinen insbesondere die 3-Monats-Tops sehr anfällig zu sein, schließlich waren dies auch die Aktien, die die letzte Nemax-Rallye angeführt haben.

Dennoch sollte diese Selektion nicht als Grundlage einer Anlagestrategie dienen, schließlich haben wir fundamentale Daten vollkommen außen vor gelassen. Einziger Zweck dieser Aktienauswahl ist, sie in einem Monat noch einmal zu besprechen und die adäquaten Schlüsse aus der Performance der vier Gruppen zu ziehen. Außerdem kann es ganz hilfreich sein, ab und zu die eigenen Anlageentscheidungen in Frage zu stellen.

Welches Szenario wird Ihrer Meinung nach den größten Verlust „erwirtschaften“? Senden Sie ganz einfach Ihre Antwort (Buchstaben genügt) an: feedback@goingpublic-online.de.

Die Kolumne erscheint börsentäglich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.