Werbung

Wie „Der Spiegel“ bereits aufgriff, riefen in der vergangenen Woche gleich vier Autohersteller ihre PKWs ins Trockendock. Führend in diesem Fall Mitsubishi, deren Rückrufaktion über 31.000 Galant-Besitzer traf. Weltweit sollen die Probleme mit der Vorderradaufhängung nicht weniger als 350.000 Fahrzeuge betreffen – autsch.

Der Daihatsu Cuore hat Elektronikdefekte zu beklagen, rund 25.000 Einheiten sind in diesem Fall mit von der Partie. Auch Volvo ist dabei, in diesem Fall sind es die Kraftstoffleitungen, die einer Prüfung bedürfen. Schließlich noch Renault mit seinem Vel-Satis-Modell.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß das überbordende Elektronik-Brimbamborium die Fahrzeuge in der Summe nicht wartungsarmer macht, sondern im Gegenteil, die gute Beziehung zur Kundenwerkstatt fördert. Unser Vorschlag: Warum nicht gleich die turnusmäßige Rückrufaktion per Zufallsgenerator in die Elektronik einspeisen – oder ist das schon längst passiert vielleicht?

Den Vogel schießt sicher BMW ab. Der 7er soll schon Ende 2004 renoviert werden. Das ist heftig. Gerüchte besagen, daß der Face Lift schon angebracht gewesen wäre, noch bevor überhaupt einer der neuen 7er als IPO auf den Markt kam… Das Design ist, vorsichtig ausgedrückt, gewöhnungsbedürftig, namentlich das Heck sieht aus wie im Auto-CAD-Lehrgang am PC zusammengeschustert nach dem Motto: So bastele ich eine neue Version, Seminar für Einsteiger.

Wo waren hier eigentlich die Marktstudien? Und überhaupt: Bevor solch ein Projekt auf den Markt kommt, wird es sicherlich von zig Stellen abgesegnet worden sein oder läßt man bei den Münchnern Praktikanten den neuen 7er entwerfen und bringt ihn dann unbesehen auf den Markt? Wohl kaum. Vorstandschef Helmut Panke ist doch wohl noch immer der Verantwortliche. Der BMW-Aktienkurs mag schon stimmen, er geht seit März steil nach oben, aber in punkto 7er Entwicklung wäre eine Spur mehr Selbstbescheidung angesagt. Vielleicht sollte BMW seinen CEO mal persönlich an den PC lassen zum Rumspielen, dann gibt’s kein Druherumgerede mehr und wir werden sehen, was bei rauskommt.

Die GoingPublic Kolumne erscheint zweimal wöchentlich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.