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Voll im Trend liegen zur Zeit beispielsweise die brandneuen Fotohandys. Die Schnappschüsse lassen sich dabei blitzschnell per MMS auf die Handys von Freunden und Bekannten übertragen – ähnlich wie ein Text-SMS. Der Service ist zwar nicht ganz billig (0,29 bis 0,99 Euro), doch wann war es schon mal günstig „cool“ zu sein?

Eine für den Anwender wesentlich billigere Alternative ist hingegen die Übertragung der Fotos per Infrarot zum PC und der Versand per eMail. Denn die Infrarot-Übertragung kostet überhaupt nichts, der Versand des eMails lediglich die vergleichsweise extrem günstigen Online-Gebühren. Eine entsprechende Infrarot-Übertragung ist bei einigen Handy-Modellen auch kein Problem.

Doch wenn Mobilfunk-Konzerne Geld verdienen wollen bzw. müssen, ist Kreativität gefragt. So ist z.B. ein Handy-Modell eines japanischen Herstellers im Handel, das zwar eine Infrarot-Schnittstelle hat, die Bild-Übertragung per Infrarot jedoch nicht erlaubt! Wie sollte das Mobilfunk-Unternehmen sonst auch Geld verdienen? Schließlich können die Kunden sich ja selbst eine MMS senden oder sich gleich noch ein Datenübertragungskabel kaufen…

Der verwirrte Käufer (Autor) fand zur Infrarot-Übertragung nichts in der Bedienungsanleitung – auch keine Telefonnummer des Herstellers. Sogar auf der Homepage des Herstellers war keine entsprechende Telefonnummer für Infos zu Mobiltelefonen zu finden. Ein Anruf bei der deutschen Zentrale sorgte jedoch rasch für „Klarheit“. Denn die Geräte wurden vom Mobilfunkunternehmen direkt bei der japanischen Mutter des Elektronikkonzerns gekauft. Die deutsche Niederlassung des Elektronikkonzerns habe damit „nichts zu tun“. Der Autor dachte sich doch gleich, daß diese Bedienungsanleitung niemals ein Deutscher geschrieben haben kann.

Eine weitere Anfrage beim Mobilfunkunternehmen (nicht bei dem Provider, bei dem das Gerät gekauft wurde) ergab schließlich, daß eine Infrarot-Übertragung in der Tat nicht möglich sei. „Die Software bietet nicht diese Möglichkeit“. Klar, wie soll man auch sonst Geld verdienen? Ein Mobilfunkunternehmen, das Handys extra in Japan kauft und unter eigenem Namen vertreibt, wäre ja auch schlecht beraten, die Möglichkeit einer Infrarotübertragung zu ermöglichen… Der Autor hat das Gerät jedenfalls wieder zurückgebracht. Und so wird auch mit noch so innovativen „Serviceleistungen“ doch nicht immer Geld verdient…

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