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Doch meist reicht es, ihn ins Gespräch zu bringen, um im Bereich der am Neuen Markt notierten IT-Dienstleister und Softwareschmieden für empfindliche Kurseinbußen zu sorgen. Nicht einmal ganz zu unrecht, wie die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen zahlreicher Firmen denn auch belegten! Wenn vielen Vorständen erst im November klar wird, daß in Kürze ein – IT-mäßig nicht unbedeutender – Jahreswechsel ansteht, der auch noch großen Einfluß auf den Geschäftsverlauf hat, dann sollten Anleger auch mit den weiteren Prognosen vorsichtig sein. Die Branche über den berühmten „einen Kamm zu scheren“ – wie schon so oft passiert – ist dennoch nicht angebracht.

Fernab vom allgemeinen Jammertal der Branche präsentierte sich beispielsweise jüngst die SHS Infosysteme AG aus München mit den am Dienstag vorgelegten Zahlen zum 3. Quartal. Kerngeschäft des Unternehmens ist die IT-Beratung von Telekommunikationsanbietern, wobei insbesondere im Mobilfunk so renommierte Namen wie Telekom (D1), E-Plus und Viag Interkom (E2) auf der Kundenliste stehen. Hierbei focussiert sich SHS auf die Customer Care-Seite, d.h. alle gegenüber dem Kunden relevanten Service-Leistungen. CRM – Customer Relationship Management ist hier das in der Branche geliebte Schlagwort. Nachdem –gerade im Festnetzbereich – das Ende des Preiskrieges nahezu erreicht sein dürfte und sich die Telekommunikations-Dienstleister nun durch z.B. besseren Service von der Konkurrenz abheben müssen dürfte die Nachfrage nach SHS-Dienstleistungen auch in Zukunft weiter wachsen.

Neben dieser Zukunftsphantasie sprechen zudem die am Dienstag vorgelegten 9-Monats-Zahlen eine deutliche Sprache. Ein Umsatzanstieg von 56 % und eine Verbesserung des DVFA/SG-Ergebnisses um 59 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum überzeugt durch und durch. Mit einem Ergebnis je Aktie von 0,13 Euro übertrifft SHS bereits jetzt das zum Börsengang im Mai in Aussicht gestellte Ergebnis von 0,02 Euro um ein vielfaches. Auch die zum Börsengang kommunizierte Expansion im europäischen Ausland – ein Wachstumsmotor für die nächsten Jahre – läuft nach Ansicht des SHS-Vorstandes nach Plan.

Gelingt es dem Unternehmen auch weiterhin, den Markt von Quartal zu Quartal positiv zu überraschen, dürfte der Wert seine derzeitige Schwankungsbreite von 15 bis 18 Euro schon in absehbarer Zeit von oben sehen. Wer im Umfeld des „IT-Krisenjahres 1999“ positives zu berichten hat, der dürfte in jedem Falle auch für die prognostizierten Jahre des IT-Booms im neuen Jahrtausend gerüstet sein.

Die GoingPublic-Kolumne erscheint börsentäglich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.