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Der Online-Geschäftsbericht in HTML-Form bietet eine komfortable Alternative zum PDF oder Hardcover. Bereits zum vierten Mal bewertete Kirchhoff Consult die HTML-Vollversionen der DAX- und MDAX-Unternehmen. Der Trend der langsamen Abkehr von dieser Methode setzte sich jedoch fort: Nur noch 36 der 79 Unternehmen bieten einen bewertbaren Bericht an. 2009 waren es 37, zwei Jahre zuvor sogar noch 43. Drei Unternehmen stiegen von HTML- oder Mischformen zu reinen PDF-Dateien um.

Die Deutsche Bank setzte sich mit 80,3% auf den ersten Platz (Vorjahr: 4). Es folgen Demag Cranes, Vorjahressieger BASF und Merck. Die Deutsche Post, Drittplatzierter des vergangenen Jahres, rutschte gar aus den ersten 15. Das überrascht, führt die Post doch das Ranking des manager magazin awards beim „gewöhnlichen Geschäftsbericht“ an (siehe auch Seite 6). Auch die anderen Unternehmen mit ansonsten sehr guten (Hardcover-) Geschäftsberichten wie adidas oder Gildemeister scheinen sich auf ihren Lorbeeren ein wenig auszuruhen – keines nämlich schafft es im Online-Bereich in die Top 15.

Quelle: Kirchhoff; Studie zu den Online-Geschäftsberichten 2010 der DAX30- und MDAX- Unternehmen; Juni 2011

 

Abzug in der B-Note

Allgemein ist die Bewertung der Online-Ausgaben merklich schlechter ausgefallen als bei der letztjährigen Bestandsaufnahme. Die Deutsche Bank hat in der Gesamtwertung trotz löblichem Service drei Prozentpunkte weniger als Vorjahresgewinner BASF. Beim 15. Platz (Lanxess) beträgt die Differenz zum Vorgänger (Allianz) sogar fast zehn Prozentpunkte. Die meisten Punktabzüge gab es bei Konzept und Technik.

Auf die Technik kommt es an

So zählen bei der Konzeptbewertung die Auffindbarkeit im Internet sowie die Struktur und Navigation des Dokuments. Es punkteten nur drei Unternehmen mit „sehr gut“ und zwei mit „gut“ – 2010 hatten allerdings allein zwölf Unternehmen ein mit „gut“ bewertetes Konzept. Und waren damals noch alle 37 bewerteten Unternehmen zumindest „zufriedenstellend“ bei der Technik, also z.B. beim Quellcode und der Bedienbarkeit, war dies jetzt nur noch bei der Hälfte der Fall. Es gab natürlich auch positive Ausreißer, wenn auch nicht so zahlreich. Das konstant hohe Niveau von BASF bei Konzept und Service ist ebenso ein Paradebeispiel wie die Technik-Titelverteidigungen von Demag Cranes, Henkel und Lanxess.

Quelle: Kirchhoff; Studie zu den Online-Geschäftsberichten 2010 der DAX30- und MDAX-Unternehmen; Juni 2011

 

Fazit

Es verhielt sich fast wie auf dem Finanzmarkt – das Feld wurde binnen eines Jahres wild durcheinandergewürfelt. Kaum ein Unternehmen hat sich in der Bewertung verbessert, selbst wenn es ein paar Plätze nach oben klettern konnte. Kirchhoff selbst beschreibt das Potenzial von Online-Geschäftsberichten als „nach wie vor nicht ausgeschöpft“. Fehlende Verknüpfungen mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter werden ebenso bemängelt wie die nur spärliche Videoeinbindung oder nicht hinterlegte Excel-Tabellen. Bleibt abzuwarten, ob sich in Zukunft wieder mehr Unternehmen für die benutzerfreundliche Online-Version entscheiden oder gleich den Schritt zur „Geschäftsberichte-App“ wagen (siehe auch den Beitrag Nicht „ob“, sondern „wie“! von Knut Wichering).