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Die Matchnet plc. plant für den 27. Juni den Gang auf das Frankfurter Börsenparkett. Das Unternehmen betreibt einen Internet-Dating-Service für Singles mit eigenen Webpages für die USA, Deutschland, England, Großbritannien, Neuseeland und Australien. Interessierte können sich kostenlos registrieren lassen, wobei sie rund 250 spezifische Informationen und persönliche Vorlieben angeben müssen. Weltweit sind nach eigenen Angaben derzeit rund 1 Mio. Partnersuchende registriert, in Deutschland trugen sich in den letzten 7 Monaten 40.000 Mitglieder ein, im letzten Monat verzeichnete die Webseite 6,5 Mio. Zugriffe, die amerikanische Version zählt zu den 100 am häufigsten aufgerufenen Seiten im Netz.

Seine ehrgeizigen Umsatzziele hat der Partnervermittler auf vier Säulen gestützt: Mitgliedsbeiträge, die in den USA derzeit 20 US-$ pro Monat bzw. 100 US-$ pro Jahr betragen, gezielte Bannerwerbung, ein spezielles Reiseangebot für Singles sowie gezielter e-Commerce. Dabei sollen keineswegs Adressen an Dritte weitergeleitet werden. Vielmehr sollen im Rahmen des Target Advertising die Webseiten der registrierten Kunden genau mit den Bannern versehen werden, die auf ihre Persönlichkeit zugeschnitten sind.

Der im vergangenen Jahr erwirtschaftete Umsatz von 0,66 Mio. US-$, gepaart mit einem EBIT von -3,5 Mio. US-$, deutet auf eine nicht vorhandene Börsenreife hin. Im laufenden Jahr sollen die Erlöse zwar auf 6,6 Mio. US-$ klettern, mit einem geplanten negativen EBIT von 7,1 Mio. US-$ werden diese allerdings teuer erkauft. Für 2001 werden Umsätze von 34,8 Mio. US-$ und ein Verlust von 3,4 Mio. US-$ in Aussicht gestellt. Den Break Even peilt das Unternehmen erst für 2002 an.

Nur wenn es Matchnet gelingen sollte, eine Ausnahmestellung im Markt der Singlebörsen einzunehmen, können die äußerst ehrgeizigen Planzahlen des Unternehmens erreicht werden. Doch selbst dann errechnet sich auf Grundlage eines möglichen Emissionspreises von 9 Euro ein 2001er-KUV von 3,9. Für ein buchstäbliches Risikokapital-Investment ist der Wert damit deutlich zu teuer.

Den vollständigen Artikel finden Sie im GoingPublic Magazin 7/00, das morgen erscheint.

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