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So sind viele deutsche Biotechs einfach zu klein, zu schlecht finanziert und haben sich zudem auf die damit schwer realisierbare Medikamentenentwicklung spezialisiert. Doch was ist gewonnen, wenn sich zwei Kranke zusammenschließen – wird daraus etwa ein Gesunder? Das erscheint kaum möglich. Zudem zeigt die Erfahrung, daß die überwiegende Mehrzahl von M&A-Transaktionen keinen Mehrwert für die Unternehmen bietet, sondern ganz im Gegenteil: Ca. 70 % aller Deals enden in einem Fiasko.

Warum nun Biotech-Vorstände – von denen viele aus dem naturwissenschaftlichen Bereich kommen – das schaffen sollen, woran viele andere Manager oftmals kläglich scheitern, erscheint rational kaum nachvollziehbar. Zudem ist immer wieder zu hören, daß es bei Biotech-Vorständen an der Bereitschaft mangelt, im Rahmen einer M&A-Transaktion die eigene Position zur Disposition zu stellen.

Sogar aus der Biotech-Szene selbst ist dies zu hören, doch gemeint sind natürlich immer nur die anderen. Sicherlich muß es verstärkte M&A-Aktivitäten in der deutschen Biotech-Landschaft geben, sonst verschwinden viele Unternehmen noch schneller vom Markt, als es die üblichen Prognosen aufzeigen. Doch M&A ist nur eine von vielen Optionen, die Biotech-Vorstände abwägen müssen. Eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen des Marktes – wie z.B. die Suche nach Lizenzpartnern – eine andere.

Diesen Beitrag können Sie auch im aktuellen GoingPublic Magazin 06/2003 nachlesen.

Die GoingPublic erscheint zweimal wöchentlich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.