Der Aktionär als solcher ist in Deutschland ein recht scheues Wesen. Gerade erst waren die Kursmassaker zum Ende des Neuen Marktes mental verarbeitet, da wurden die ersten Wiedereinsteiger durch diverse Shenzen-B-Krisen und die Subprime-Verwerfungen gleich wieder verprellt. Keine guten Vorzeichen für diverse Micro- und Small Caps, deren Marktkapitalisierung nicht ausreicht, institutionelle Investoren zu interessieren.

Der Käuferstreik hat zu anhaltenden Kursverlusten auch bei solchen Micro Caps geführt, die positive  Zahlen vorgelegt haben. Gerade im Entry Standard tummeln sich einige Unternehmen, die in diesem oder dem vergangenen Jahr zu moderaten Preisen an die Börse kamen und jetzt zum Teil deutlich unter dem Emissionspreis liegen. Einige Unternehmen leiden zudem darunter, dass in ihrer Branche einige der größten Kapitalvernichter unterwegs waren. „Neue“ Anlagethemen wie Photovoltaik oder mit Abstrichen Biogas sind mangels abschreckender Beispiele besser gelaufen.

Ob beim Thema Smartcards, Beteiligungsunternehmen oder in technischen Fachbereichen wie zum Beispiel der optischen Industrie oder anderen – nach steten Kursverlusten lohnt es sich hier, einige Unternehmen näher zu begutachten. Es gibt Technologie- und/oder Marktführer mit stabilem Wachstum, deren Marktkapitalisierung geringer ausfällt als ein Jahresumsatz, und deren Wachstumsrate bei Umsatz und Gewinn deutlich über dem KGV liegt.

Bei kleinen Unternehmen mit geringem Freefloat führen schon geringe Ungleichgewichte von Angebot und Nachfrage zu größeren Schwankungen, in diesen Fällen nach unten. Antizyklisches Handeln eröffnet einmal mehr die Chance, günstig Wachstumswerte ins Depot zu legen.

Stefan Preuß

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