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Luiz Inacio Lula da Silva, angeblicher Präsident von Brasilien, und George W. Bush, eigentlich bekannt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, haben durch einen nicht bekannten Umstand eine Translokation in die jeweils andere Persönlichkeit erfahren. Wann? So etwa Anfang 2001 vielleicht.

Wenn wir an Familienklüngel, Vetternwirtschaft, korrupte Unternehmenskultur, ausufernde Staatsdefizite eine Schwachwährung, billigem Geld und Steuererleichterungen für XXL-Reiche denken, dann sprechen wir hier nicht etwa von südamerikanischen Zuständen  – nein, von denen in den USA. Umgekehrt, wenn wir von Wirtschafts- und Sozialreformen, einer sich stärkenden Währung und Staatsschuldenabbau reden, dann ist nicht etwa von Nordamerika die Rede, sondern von Brasilien.

Vor etwas über zwei Jahren, als George W. Bush zum Präsidenten der USA gemacht/“gewählt“ wurde, schien der Persönlichkeitsaustausch noch nicht stattgefunden zu haben. Wie nicht anders zu erwarten, sprach er schließlich von einem Ausgleich des Staatshaushalts, einer Bildungsreform und all dem, was derzeit genau ins Gegenteil verkehrt wird. War es das, was er meinte, als er immer wieder betonte: „We need a regime change.“ Klasse! – der hat ja wohl irgendwie stattgefunden.

George W. Bush, oder vielmehr die Persönlichkeit, die sich derzeit in ihm eingenistet hat, gehört doch einwandfrei nach Südamerika. Jorge W. Arbusto, so wohl der Name vor Ort, gibt sich als Mann des Volkes, er fährt auch schon mal im Pick-up auf seiner ländlichen Ranch herum, und er versucht, wann immer es geht, seine vermeintlich blaublütige Herkunft unter den Tisch zu kehren. Im Gegensatz zu Lula, der das nicht nötig hat (denn er kommt aus ärmlichen Verhältnissen) und sich betont staatsmännisch gibt.

Bleibt die eine ganz große Frage: Würde man Jorge W. Arbusto in Brasilien wirklich zurückhaben wollen? Oder irgend ein anderes Land vielleicht? Wie wär’s mit… dem Irak?

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Die GoingPublic Kolumne erscheint jeweils montags, mittwochs und freitags in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.