John Mica muß man hierzulande nicht unbedingt kennen, aber immerhin ist er der Vorsitzende des Luftfahrtausschusses des Repräsentantenhauses. Der Entwurf des wahren Patrioten sieht vor, daß alle Jets ab der vorgenannten Größe mit geeigneten Systemen ausgerüstet sein müssen, die vor Angriffen mit tragbaren Flugabwehrraketen schützen. Flugzeuge dieser Größe seien nämlich „unwiderstehliches Ziel für Terroristen.“

Zunächst einmal ist Mica in seiner Position unwiderstehliches Ziel für Lobbyisten, und namentlich von einer bekannten Rüstungsschmiede erhielt der Politiker erhebliche finanzielle Unterstützung im Wahlkampf. Wenn einem so viel Gutes wird beschert, ist das dann schon mal eine Initiative wert. Die Tatsache, daß die angedachte Größenordnung ausschließlich den neuen Airbus A380 betrifft, überrascht da nicht wirklich.

Die Initiative entbehrt nicht einer gewissen Chuzpe. Chuzpe hat zum Beispiel der, der Vater und Mutter erschlägt und dann vor Gericht um Gnade bittet, schließlich sei er Vollwaise. So gesehen ist es nicht ohne Chuzpe, dem Parlament des weltweit größten Rüstungsexporteurs anzugehören und dann Schutz vor Kriegsgerät zu fordern. Vor allem, wenn die Folgen ausschließlich wirtschaftliche Konkurrenten landesansässiger Prestigeunternehmen treffen. Man stelle sich den an der Landebahn kauernden Terroristen vor, der zig Jumbos trotz des Risikos der Entdeckung passieren lässt, um auf einen A380 zu warten.

Die epochale Initiative zeigt vor allem eines: Ganz so gelassen wie vorgespielt nehmen die Boeing-Manager und Teile des US-Parlaments das Vorhaben A380 dann doch nicht. Wer vom wirtschaftlichen Scheitern des Konkurrenten wirklich überzeugt ist, läßt nicht solche Vorhaben vom Stapel. So gesehen ist die Initiative ein gutes Argument für den A380 und Airbus – auf dem Weg zum unwiderstehlichen Ziel für Anleger.

Stefan Preuß

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