Die nach der Portfolio-Theorie geforderte Diversifizierung, um das Risiko zu minimieren, ist mit beschränkten Mitteln nicht zu erreichen. Empfehlenswert sind Fonds, am besten Indexfonds oder gar Zertifikate, mit denen das unsystematische Risiko über dem Marktrisiko eliminiert werden kann. Aus Portfolio-Gesichtspunkten perfekt.

Die Sache hat aber einen ganz entscheidenden Haken, der bei einem Blick auf das aktuelle Marktgeschehen schnell ersichtlich wird. An der Börse geht es nach unten. Die meisten Aktien fallen und damit auch sämtliche Indices. Da ist es vollkommen egal, ob man nun auf einen Einzelwert, einen breiteren Aktiefonds oder ein Indexzertifikat gesetzt hat. Bei Fonds mögen die Verluste vielleicht kleiner sein, als bei einer einzigen, unglücklich ausgewählten Aktie, aber viel ändern tut das nichts. Denn relativ gut kann eben auch schlecht sein.

Die Alternative sind sogenannte Absolute Return Funds, solche also, die sich nicht an einer Benchmark, also einem Index, sondern an einer konkreten Renditevorgabe orientieren. Ein einleuchtender Ansatz. Wen interessiert es denn, ob der (Relative Return-) Fund, in den er investiert hat, an der Spitze seiner Vergleichsgruppe oder noch etwa 4 % besser als die Benchmark ist, wenn gleichzeitig das Börsenumfeld aber so schlecht ist, über einen Zeitraum von 3 Jahren dennoch 2 % p.a. verloren hat.

Der Absolute Return Fund (oder Hedge Fund) kann über den Einsatz von Derivaten und Leerverkäufen seine Strategie nicht nur absichern, sondern auch in jeder Börsenphase seine Zielrendite realisieren.

Der Ansatz macht Sinn – bisher aber größtenteils nur in der Theorie. Es gibt sie schon, die Hedge-Fonds-Zertifikate, über die man an einem Dachfonds beteiligt ist, der wiederum direkt in Hedge Fonds investiert. Commerzbank, Dresdner, Deutsche und Société Générale, alle bedienen den schnell wachsenden Markt – und versprechen traumhafte Renditen. 10 bis 20 % jährlicher Rendite werden ausgelobt. Die Realität jedoch sieht anders aus. Ausgabeaufschläge und hohe Verwaltungsgebühren fressen die Renditen auf. Der CSFB/Tremont Hedge Fund-Index als Vergleichsmaßstab dieser Produkte schaffte in den letzten zwölf Monaten immerhin 5 %. Die Zertifikate der Dresdner Bank haben dagegen seit Emission Anfang 2000 inklusive Ausgabeaufschlag rund 4 % verloren. Bei der Deutschen Bank sind Anleger nicht besser gefahren. Lediglich Commerzbank und SocGen schafften eine passable Performance.

Keine Frage also, an der Umsetzung der Absolute Return-Idee hapert es noch und zwar nicht zu wenig. An der Qualität der Idee ändert das jedoch nichts. In unruhigen Börsenzeiten genauso wie zu einem langfristig sicheren Vermögensaufbau sind herkömmliche Fondsprodukte nur bedingt geeignet. Sobald der Markt für Hedge Fonds seine Kinderkrankheiten überwunden hat, steht mit den dort angebotenen Produkten eine ernstzunehmende Alternative bereit.

Die GoingPublic Kolumne erscheint jeweils montags, mittwochs und freitags in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.

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