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Bildnachweis: ©rzoze19 – stock.adobe.com, Harms/Own360, Prof. Torsten Harms.

Nicht erst seit Robinhood steht die Generation Z auf dem Anlagemarkt im Rampenlicht. Mit Hilfe anonymisierter Daten des Anbieters Own360 soll hier eine detaillierte, datengetriebene Beschreibung und Analyse von jungen deutschsprachigen Anlegern erfolgen.

Generation Z, das unbekannte Wesen

Die Performance und das Verhalten von individuellen Investoren stehen schon seit langem im Fokus der Forschung. Autoren wie Weber et al. (2014) kommen zu dem Schluss, dass private Portfolios vor allem unter einer zu geringen Diversifikation, einer übermäßigen Handelsintensität und der Bevorzugung von besonders riskanten Einzelinvestments leiden. Dies resultiert in einer Unterperformance der Anleger, welche je nach Studie zwischen 1% (Barber und Odean (2011)) und 8% (Weber et al.) p.a. liegt.

Für die jungen Investoren der Generation Z gibt es wenige aussagekräftige Studien. Diese Investoren-Generation ist in jüngster Zeit durch Social-Trading-Plattformen wie Reddit r/wallstreetbets zu zweifelhaftem Ruhm gekommen. Eine Analyse von Tocic (2020) beschreibt das Anlageverhalten dieser Gruppe als „selbstverstärkendes, geschlossenes System“ welches in fragwürdige Aktien wie Gamestop oder die Cannabis-Industrie investiert. Andere Autoren wie Khanna (2020) oder Welch (2020) zeichnen ein differenzierteres Bild, bei welchem die meisten Investitionsentscheidungen eher konservativ einzustufen sind und eine gute Performance liefern.

Leider beschränken sich nahezu alle Analysen auf junge US-amerikanische Investoren und beleuchten vor allem das Investitionsverhalten selbst. Insbesondere für den deutschsprachigen Raum fehlt es an Analysen. Zusätzlich ist aus Investor-Relations Sicht nicht nur die Performance sondern auch das Kommunikationsverhalten relevant.

Daten zu jungen deutschsprachigen Anlegern

Im Rahmen einer Forschungskooperation mit Own360 konnte erstmalig speziell das Verhalten junger deutschsprachiger Investoren, auch während der COVID-Krise, analysiert werden. Own360 wendet sich speziell an junge Anleger und bietet unter dem Motto „Verdien‘ an Deinem Alltag“ ein breit aufgestelltes Investment in einen Fonds an.

Dabei stehen das intensive Kennenlernen des eigenen Investments und eine Interaktion mit diesem im Mittelpunkt. Die Anleger nutzen hierfür die unternehmenseigene Own360-App. Diese bietet zusätzlich zur Depotführung auch Informationen und Neuigkeiten über Unternehmen im Fonds und die Möglichkeit über Abstimmungen an der für die Fondszusammensetzung zur Verfügung stehenden Unternehmen mitzuwirken oder über interaktive Formate Fondsanteile zu gewinnen. Als Besonderheit verlangt Own360 keine Depotführungs- und Transaktionskosten und ersetzt aktiven Anlegern auch die Managementgebühren; finanziert wird dies unter anderem durch Einnahmen aus Content Marketing in der App.

Seit seiner Auflage im August 2017 ist Own360 auf rund 14.000 aktive Nutzer und ein Anlagevolumen von über 30 Mio. EUR (Stand Juni 2021) angewachsen. Insbesondere junge Nutzer fühlen sich von diesem Angebot angesprochen: Rund 41% der Nutzer sind 30 Jahre alt oder jünger. Entsprechend überwiegen auch relativ kleine Portfolios.

Mit dem Ziel, die ökonomische Entwicklung in der deutschsprachigen Region wiederzugeben korreliert der Fonds stark mit dem europäischen Aktienmarkt, insbesondere auch hinsichtlich der Kursrückgänge im Zuge der COVID-Krise Anfang 2020 und der anschließenden Erholung (siehe Abbildung 1):

Erkenntnis 1: Hohes Involvement der jungen Anleger

Beim Nutzerverhalten zeigt sich deutlich ein hohes Involvement der Anleger: Der durchschnittliche Anleger loggt sich 27-mal pro Monat (bzw. 0,87 mal pro Tag) in die Own360-App ein. Diese Nutzung wird sicherlich durch einzelne „heavy-user“ getrieben, ist aber umso mehr bemerkenswert, als dass bei Own360 kein Trading von Einzelwerten angeboten wird. Entsprechend wird bei rund 30% der App-Sitzungen das persönliche Depot gar nicht aufgerufen, sondern nur Nachrichten zu dem Investment-Universum von Own360 gelesen bzw. an interaktiven Elementen wie Umfragen oder Abstimmungen zur Fonds-Zusammensetzung teilgenommen. Wie in Abbildung 2 zu sehen, bevorzugen dabei die Nutzer ganz überwiegend kurze Informationen, längere Detailstories, werden kaum konsumiert.

Während der COVID-Krise Anfang 2020 hat die App-Nutzung wenig überraschend zugenommen. Dieser Zuwachs fiel aber im Vergleich zu den teils dramatischen Wertentwicklungen an den Aktienmärkten relativ moderat aus. Zum Teil ist dieser Zuwachs sicherlich dadurch zu erklären, dass die Anleger den Abschwung an den Märkten für Zukäufe über die App nutzten. Sicherlich ist ein Teil der Nutzung aber auf ein erhöhtes Interesse an den Vorgängen an den Finanzmärkten zurückzuführen (Siehe Abbildung 3):

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