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Die Domicil Real Estate AG plant einen Börsengang im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Bereits im April berichteten wir erstmals über das mögliche IPO –  jetzt scheinen die Börsenpläne langsam Gestalt anzunehmen.

Im Rahmen des Börsengangs sollen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von ca. 150 Mio. EUR zur Finanzierung des weiteren Wachstums angeboten werden. Zudem sollen Aktien aus dem Privatbesitz des Domicil-Gründers und CEOS  Khaled Kaissar veräußert und weitere Aktien im Zuge einer Greenshoe-Option zur Verfügung gestellt werden. Kaissar wird auch nach dem Börsengang größter Anteilseigner der Domicil bleiben. Das Angebot soll vorbehaltlich der Marktbedingungen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Die Signal Iduna Gruppe und die Versicherungsgruppe Die Bayerische – langjähriger Geschäftspartner der Domicil –  haben sich bereit erklärt, über ihre jeweiligen Beteiligungsgesellschaften im Rahmen des Börsenganges Aktien im Rahmen von insgesamt 15 Mio. EUR zu erwerben.

Citigroup agiert bei der geplanten Transaktion als Sole Global Coordinator und Joint Bookrunner. Die Baader Bank wurde als Joint Bookrunner mandatiert.

„In den vergangenen Jahren haben wir Umsatz und Ergebnis der Gesellschaft kontinuierlich gesteigert. Durch einen Börsengang wollen wir das weitere Wachstum der Domicil ermöglichen und größere finanzielle Flexibilität sowie Zugang zu günstigeren Finanzierungen erhalten“, erklärt Khaled Kaissar.

Mehr Akquisitionen und stärkeres Eigenkapital

Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung sollen es der Domicil ermöglichen, sich bietende Akquisitionsmöglichkeiten zum Ausbau der Geschäftstätigkeit in größerem Umfang als bisher zu nutzen – hieß es in einer DGAP-Meldung von Mittwochmorgen. Darüber hinaus soll die Fremdkapitalquote laut Unternehmensangaben deutlich gesenkt werden, um über niedrigere Finanzierungskosten höhere Ergebnismargen zu erzielen.

Die Münchener Domicil ist auf den An- und Verkauf von Wohnimmobilien im gesamten Bundesgebiet spezialisiert. Ihr Kerngeschäft liegt im Erwerb von Wohnungsbeständen, deren Umwandlung in Eigentumswohnungen und dem zeitnahen Weiterverkauf an Mieter, Selbstnutzer und private Kapitalanleger. Darüber hinaus werden nicht für private Kapitalanleger geeignete Immobilien über Blockverkäufe an institutionelle Kunden und sonstige Bestandshalter wie etwa Family Offices veräußert.

Im Ankauf konzentriert sich die Domicil auf Immobilienobjekte in Wachstumsregionen in Deutschland. Das Investitionsvolumen liegt typischerweise zwischen 10 und 40 Mio. EUR  je Transaktion. In diesem Preissegment sieht das Unternehmen laut eigenen Angaben eine interessante Nische, da das Investitionsvolumen in einem Bereich liegt, der für große Bestandshalter in der Regel zu klein, für private oder semi-professionelle Investoren aber zu groß sei.

Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Domicil einen Konzernumsatz von 366,6 Mio. EUR, davon 346 Mio. EUR aus Immobilienverkäufen. Der Gewinn vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) lag 2018 bei  29,9 Mio. EUR; der Jahresüberschuss betrug 12,2 Mio. EUR.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de