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Für Emittenten ist es von besonderer Bedeutung, bei der Durchführung eines Börsengangs das Risiko und die Tragweite eines Transaktionsabbruchs, beispielsweise aufgrund mangelnder Nachfrage oder anderer externen Faktoren, möglichst gering zu halten. Von Matthias von Oppen und Dr. Ian M. Maywald

Die beiden Gastautoren Matthias von Oppen und Dr. Ian M. Maywald. Fotos: Ashurst.
Die beiden Gastautoren Matthias von Oppen und Dr. Ian M. Maywald. Fotos: Ashurst.

Um diesem Risiko entgegenzuwirken, stehen Emittenten im Vorfeld des Börsengangs bestimmte Maßnahmen zur Verfügung. Mit diesen soll die Transaktionssicherheit für die Durchführung des Börsengangs entweder deutlich gesteigert oder bereits vor dem Launch der Transaktion weitestgehend abgesichert werden. Zur Minimierung des Transaktionsrisikos bei einer Emission sollte das Ziel sein, durch ausgewählte Maßnahmen möglichst frühzeitig im Prozess die Platzierung bei Investoren sicherzustellen.

 

Pilot Fishing


Inzwischen etabliert hat sich das sog. Pilot Fishing oder auch Pre-Sounding im Vorfeld des eigentlichen Marketings des Börsengangs. Dabei stellt das Management bereits vor der eigentlichen Investor Education durch die Researchanalysten der Konsortialbanken den Emittenten auf vertraulicher Basis bei ausgesuchten Investoren vor. Ziel ist es, konzeptionelle Schwächen der Equity Story und Fehlannahmen in Bezug auf die Preisfindung möglichst früh zu erkennen und zu beheben. Aus rechtlicher Sicht gelten dabei das sog. Kongruenzgebot und der informationelle Gleichbehandlungsgrundsatz aller Investoren, wonach grundsätzlich wesentliche Informationen nur dann selektiv vorab weitergegeben werden, wenn diese sich auch anschließend im Prospekt wiederfinden.

Frühzeitige Verpflichtung von Investoren


Grundsätzlich erhöht sich die Transaktionssicherheit umso mehr, je früher Investoren verbindliche Zusagen zum Investment im Rahmen des Börsengangs tätigen. Üblicherweise beginnt die Angebotsphase bei einem öffentlichen Angebot im Rahmen eines Börsengangs nach Veröffentlichung des Wertpapierprospekts im Rahmen des sog. Bookbuilding-Prozesses, in dessen Verlauf Investoren Zeichnungsaufträge abgeben. Zur Erhöhung der Transaktionssicherheit dienen Investorenzusagen bereits vor Veröffentlichung des Prospekts und Beginn des Bookbuilding, entweder in Form von sog. Anchor Investors oder von Cornerstone Investors, wie im Rahmen prominenter IPOs wie beispielsweise innogy, Hapag Lloyd, Rocket Internet oder Zalando zu sehen war.

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