Werbung

Gleich im Premierenjahr eine Auszeichnung für den Onlinebericht – das gelingt nicht jedem Unternehmen. Das GoingPublic Magazin im Gespräch mit dem Team Global Corporate Media Relations der Covestro AG.

GoingPublic Magazin: Meine Herren, Ihr Geschäftsbericht 2018 – „Together“ – hat den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2019 gewonnen. Überrascht?

Boelke: Unsere Freude war riesig, denn der Online-Geschäftsbericht feierte in diesem Jahr Premiere.

Was bedeutet der Preis für Sie und Ihr Unternehmen?

Schütz: Er ist vor allem eine Anerkennung für das ganze Reporting- und Kommunikationsteam. Auch wenn es abgedroschen klingt: Hinter diesem sehr guten Ergebnis steckt viel Engagement von Kolleginnen und Kollegen, die im ersten Jahr mit dem innovativen Onlinebericht viel Zusatzarbeit hatten.

Benjamin Schütz, Covestro
Benjamin Schütz, Covestro
Was fand denn die Jury an Ihrem Online-Geschäftsbericht preiswürdig?

Schütz: Das müsste wohl am besten die Jury beantworten. Ein entscheidender Punkt war sicherlich die konsequente Optimierung im digitalen Bereich mit weiteren Funktionen. Wir haben die Inhalte zudem kanalgerecht aufbereitet, in Form von Grafiken und Videos, sowie die Inhalte über drei Monate in unsere laufende Kommunikation eingebunden. Alles unter dem Motto und Hashtag #storiesbehindnumbers.

„Es findet eindeutig eine Veränderung im digitalen Bereich statt.“

Gibt es noch andere Auszeichnungen, die Sie für Ihre Geschäftsberichte in den vergangenen Jahren erhalten haben?

Boelke: Nach dem Carve-out von Covestro haben wir viel Energie in unsere Geschäftsberichte gesteckt und dafür erfreulicherweise auch Auszeichnungen erhalten. So konnten wir uns beispielsweise im vergangenen Jahr über den ECON Award in Gold für unseren Geschäftsbericht 2017 freuen, der von der Jury als herausragender Report ausgezeichnet wurde. Das ist natürlich eine schöne Bestätigung für das Team.

Die Wettbewerbe für gute Geschäftsberichte sterben langsam aus. Liegt das daran, dass die dicken Druckwerke nicht mehr zeitgemäß scheinen?

Boelke: Dass sich die Landschaft der Wettbewerbe immer mal verändert, sollte keinen Einfluss auf die Qualität der Berichte haben. Es findet eindeutig eine Veränderung im digitalen Bereich statt. Für das Corporate Reporting ist das eine große Chance, die Nutzerfreundlichkeit weiter zu erhöhen, z.B. durch eine gute Suchfunktion, das Tagging von Inhalten sowie neue Gestaltungsmöglichkeiten wie interaktive Grafiken und Videoeinbindung. Die zentrale Aufgabe bleibt, dass der Report die Ansprüche der Zielgruppe erfüllen muss und die Awards dies auch spiegeln.

Gibt es ein bestimmtes Konzept, das Sie mit Ihrem Geschäftsbericht verfolgen?
Lars Boelke, Covestro
Lars Boelke, Covestro

Boelke: Wir wollen zeigen, was uns erfolgreich macht und was uns umtreibt – das soll auf jeder Seite, online wie offline, deutlich werden. Im Lagebericht geht es vor allem darum, die aktuelle Geschäftsentwicklung transparent darzustellen.

Wie gelingt Ihrem Team der Spagat zwischen Storytelling und harten Fakten?

Boelke: Im besten Fall können sich diese Aspekte auch gut ergänzen. Der Finanzteil wird von einem erfahrenen Team im Accounting gesteuert, der Imageteil von unseren Kommunikationsexperten. Beim Reporting arbeiten wir immer eng zusammen.

Welche Rolle spielt das Schlagwort Transparenz generell?

Boelke: Transparenz ist für uns sehr wichtig – nicht nur im Geschäftsbericht, auch in den unterjährigen Berichten wie in der gesamten Kommunikation. Wenn Sie sich die Berichte anschauen, werden Sie feststellen, dass wir auf eine klare Kommunikation setzen.

„Mit Grafiken und kurzen Animationen lassen sich Themen leicht konsumierbar aufbereiten und für die Nutzer zugänglicher machen.“

Führen Sie auch Evaluierungen durch, wie transparent Anleger ihn einschätzen?

Schütz: Ein Vorteil des digitalen Berichts ist natürlich die Auswertung – hier lassen sich viele Schlüsse über die Nutzung ziehen. Eine Befragung haben wir noch nicht durchgeführt; wir bekommen aber Rückmeldungen von Investoren und Analysten.

Unterscheidet sich ihr Online-Geschäftsbericht denn vom gedruckten Werk?

Schütz: Der Inhalt ist identisch. Der digitale Bericht bietet aber zusätzliche Features wie einen interaktiven Kennzahlenvergleich, animierte Grafiken, Videos und eine gute Suchfunktion.

Setzten Sie online noch auf andere Social-Media-Kanäle?

Schütz: Ja, die Inhalte des Reportings verbreiten wir auch über unsere aktuelle Social-Media-Kommunikation. Vorher werden sie kanalgerecht aufbereitet. Konkret nutzen wir dafür Twitter, LinkedIn, Facebook und sogar WeChat.

Online bedeutet oft: In der Kürze liegt die Würze. Kann durch diese Reduktion auch ein Mehr an Transparenz entstehen?

Schütz: Unsere Onlineversion muss natürlich die gleichen Ansprüche wie ein gedruckter Bericht erfüllen, er kann aber noch mehr: Mit Grafiken und kurzen Animationen lassen sich Themen leicht konsumierbar aufbereiten und für die Nutzer zugänglicher machen.

Herr Boelke, Herr Schütz, vielen Dank für das interessante Gespräch!

Das Interview führte Thomas Müncher und erschien zuerst in der GoingPublic-Specialausgabe „Geschäftsberichte & Trends 2019/20

Lars Boelke und Benjamin Schütz sind beide für den Bereich Global Corporate Media Relations bei der Covestro AG zuständig.

 

 

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de