Eine aktuelle Studie des CFA Institutes zeigt, dass das Vertrauen der Privatanleger in die Finanzindustrie seit 2013 weltweit von 50% auf 61% gestiegen ist. Etwa die Hälfte dieses Anstiegs machen Verbesserungen in den USA, dem Vereinigten Königreich und Australien aus. Deutschland hingegen ist Schlusslicht unter den insgesamt zehn ausgewerteten Ländern: Hier vertrauen weniger als die Hälfte der Privatanleger (40%) darauf, dass Unternehmen im Finanzsektor das Richtige tun.

Im Gegensatz dazu betrachten laut Studienergebnis überdurchschnittlich viele Privatanleger (80%) in Deutschland, ihre Chancen, durch Investitionen an den Kapitalmärkten Gewinn zu machen, als fair. Deutschland zeigt sich diesbezüglich optimistischer als die übrigen ausgewerteten westlichen Länder (USA, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Kanada, Australien) und wird weltweit nur von Singapur (90%) und Indien (88%) übertroffen.

Vertrauen von Privatanlegern in Finanzberater im weltweiten Vergleich. Quelle: CFA Institute
Vertrauen von Privatanlegern in Finanzberater im weltweiten Vergleich. Quelle: CFA Institute

In Sachen Informationsbeschaffung bilden die deutschen Privatanleger eine Ausnahme: Als einziges unter den übrigen ausgewerteten Ländern geben sie als bevorzugte Informationsquelle für Anlageentscheidungen die eigene Online-Recherche vor dem persönlichen Finanzberater an. „Berater müssen aufzeigen, dass sie das Wohl der Kunden im Sinn haben und so in einer Zeit, in der die Öffentlichkeit den Wert und die Bedeutung der Investmentbranche in Frage stellt, den Gegenbeweis antreten“, empfiehlt Paul Smith, Präsident und CEO des CFA Institute.

Doch was wären laut Studienergebnis Gründe für mangelndes Vertrauen in den Finanzdienstleiser? So nennen 53% der Privatanleger und 60% der institutionellen Investoren Underperformance als  Top-Grund, den Dienstleister zu wechseln. Kurz dahinter werden von beiden Gruppen „Gebührenanstieg“, „Datenschutzverletzungen“ und „Mangelnde Kommunikation / Ansprechbarkeit“ genannt.

„Sowohl private als auch institutionelle Investoren legen weiterhin Wert auf eine starke finanzielle Performance. Doch das ist schon lange nicht mehr der einzige ‚Dealbreaker‘. Inzwischen verlangen beide Gruppen mehr Klarheit und bessere Kommunikation von ihren Dienstleistern“, so Smith weiter. „Vertrauensbildung muss hier über leere Leistungsversprechen und generische Compliance-Richtlinien hinausgehen“, betont  Smith weiter.

Mehr denn je erwarten Anleger also heute Transparenz und höchste ethische Standards von ihren Finanzdienstleistern.

 

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