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Bildnachweis: Foto: © Wiener Börse AG.

Der Aufwärtstrend am österreichischen Aktienmarkt krönte den historischen Feiertag der Wiener Börse. Die größten ­österreichischen Aktien, Banken und Zykliker profitieren stark vom Aufschwung nach den Einschränkungen durch die ­Coronakrise. Dies sorgt für anhaltend hohe Aktienumsätze im Jubiläumsjahr der Wiener Börse. 

Am 2. September 2021 feierte die Wiener Börse ihr 250-jähriges ­Bestehen; natürlich wurde die Börsenglocke kräftig geläutet. Doch bei den Diskussionsrunden fiel der Blick vor allem auf die nächsten 250 Jahre – Experten, Unternehmer und Wissenschaftler diskutierten die zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklungen.

Kräftiger Aufschwung nach ­Lockdown

Im dritten Quartal 2021 kletterte der ­Nationalindex ATX inkl. Dividenden auf ein neues Allzeithoch. Im Vergleich mit anderen entwickelten Märkten liegt er im Jahresverlauf an der Spitze. Bei Listings im Einstiegssegment ist 2021 das beste Jahr seit den Launches von „direct market“ und „direct market plus“ anno 2019. Im dritten Quartal erhöhten drei neue Unternehmen die Gesamtzahl der Neuzugänge im laufenden Jahr auf sechs, und mit 5.116 neuen Anleihen zählt Wien zu den drei größten Anleihenlistingplätzen in Europa.

Mehr Eigenkapital für ­Zukunftsinvestitionen

„Wie schön, dass die Investoren dem ­österreichischen Aktienmarkt zum 250. Geburtstag seiner zentralen Infrastrukturplattform ein Allzeithoch bescheren“, freut sich Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG. Doch auch für ihn ist es jetzt wichtig, den Blick nach vorne zu richten. „Der Kapitalmarkt ist ein entscheidender Faktor bei der Transformation in die CO2-freie, digitale Zukunft und zu ­sicheren Pensionen. Eigenkapital kann die erforderlichen Innovationen finanzieren“, erläutert Boschan.

ATX erreicht Allzeithoch

Der ATX Total Return (inkl. Dividenden) stieg in den ersten neun Monaten um 34% auf 7331,73 Punkte. Ohne Berücksich­tigung der Dividenden lag das Plus bei 32%. Sein Allzeithoch erreichte er am 27. September mit 7407,96 Punkten auf Schlusskursbasis. Mit dieser positiven Entwicklung lässt der österreichische ­Nationalindex viele der international führenden Indizes, wie den CAC 40 (+17%), EURO STOXX (+14%), DAX (+11%) und FTSE 100 (+10%), deutlich hinter sich.

Einstiegssegment wieder gefragt

Alle 20 ATX-Aktien liegen in diesem Jahr im Plus. Zu den fünf stärksten Kursgewinnern zählen OMV (+58%), Erste Group Bank (+53%), BAWAG Group (+45%), Raiffeisen Bank International (+36%) und EVN (+28%). Im „prime market“ performten neben den bereits genannten Unternehmen Addiko Bank (+55%), Zumtobel Group (+47%) und PALFINGER (+45%) am besten. Die Marktkapitalisierung heimischer Unternehmen stieg per 30. September deutlich auf 137,3 Mrd. EUR. Außerdem wird das Einstiegssegment der Wiener Börse wieder intensiv genutzt: beaconsmind, XB Systems und VOQUZ Labs läuteten in diesem Jahr ihren ersten Handelstag im direct market plus ein. Biogena Group Invest nahm ein ­Upgrade im direct market plus vor und :be AG, Umalis Group sowie Extrafin ­wurden im direct market neu gelistet.

Anleihenlistings auf Rekordstand

„Investoren, die dem österreichischen Markt treu blieben und im Vorjahr kauften, können sich jetzt freuen“, befindet Boschan. „Nachhaltige Anlagestrategien für Private zeichnen sich durch einen langfristigen Horizont und Durchhaltevermögen in ­volatilen Phasen aus.“ Eine ähnlich positive Entwicklung zeigt der Bondmarkt. Mit über 5.000 neuen Anleihen per 30. September 2021 hat sich die Anzahl neuer ­Listings gegenüber 2020 mehr als verdoppelt. „Im Anleihenbereich entwickeln wir uns zu e­iner festen Größe in Europa“, freut sich Boschan.

ATX auf Allzeithoch
ATX Total Return
Quelle: Wiener Börse AG; Stand: 30.9.2021

Stärkster Handel seit zehn Jahren

Die Umsätze der Handelsteilnehmer ­stiegen in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6% auf 55 Mrd. EUR. Mit 84% stammt ein ­Großteil von internationalen Anlegern. Der durchschnittliche Monatsumsatz liegt mit 6,1 Mrd. EUR auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Die meistgehandelten Aktien waren Erste Group Bank (8,3 Mrd. EUR), OMV (8 Mrd. EUR), VERBUND (6,2 Mrd. EUR), voestalpine (4,4 Mrd. EUR) und Raiffeisen Bank International (3,1 Mrd. EUR).

Behaltefrist wieder einführen

„Die Wiener Börse punktet mit ihrer Infrastruktur, internationaler Vernetzung und Servicequalität bei ihren Kunden“, weiß Boschan. Dass wieder mehr Unternehmen die heimische Börse nutzen, wird für künftiges Wachstum am Standort Österreich entscheidend sein. „Die Wiedereinführung der Behaltefrist ist ein wichtiger Schritt, um eine breitere Aktionärsbasis zu etablieren“, fordert der CEO.

Fazit

Trotz schwieriger Bedingungen zeigt sich die Wiener Börse im Jubiläumsjahr wieder dynamisch und ist auf den bewährten ­Erfolgsweg zurückgekehrt. Den Heraus­forderungen der nächsten Jahre – Coronakrise, Abbau von Arbeitsplätzen, Klimawandel, Digitalisierung oder Industrie 4.0 – begegnet der Finanzplatz Österreich ­jedenfalls zuversichtlich. Nicht zuletzt ­wegen der stabilen Wirtschaft mit soliden Mittelständlern und internationalen Nischen­playern sollte die Zahl der Börsengänge weiter steigen und auch mehr Privatanleger die Renditechancen nutzen, die eine langfristige Aktienanlage bietet.

 


Dieser Beitrag ist Teil des GoingPublic Specials „Kapitalmarkt Österreich 2021“ und auch im kostenlosen E-Magazin zur Ausgabe enthalten.