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GoingPublic Magazin 12/2015 - Serie: Familienunternehmen an der Börse

Teil 51: Schaeffler AG – Rock‘n Roll auf dem Börsenparkett

40 12-2015 D ie heutige mit der Zentrale in Her- zogenaurach ansässige Schaeffler Gruppe umfasst unter anderem die Produktmarken INA, FAG, LuK und Hydrel, die als Gesamtunternehmen unter dem Dach der Aktiengesellschaft Schaeffler zusammengefasst sind. Diese ging am 13. Oktober 2011 aus der Personengesell- schaft Schaeffler Holding GmbH & Co KG hervor. Bekannt wurde der Konzern einer breiten Öffentlichkeit, als ihm 2001 die feindliche Übernahme des DAX-Unterneh- mens FAG Kugelfischer gelang. Doch dies war nur ein Meilenstein einer weit zurückreichenden Familien- und Firmen- geschichte. Wie alles ins Rollen kam Die genealogischen Wurzeln des unter- nehmerischen Stammbaums beginnen mit dem Unternehmen Davistan aus Katscher in Oberschlesien: Mit dem Kauf und der Umbenennung in „Wilhelm Schaeffler AG“ übernimmt der Namensgeber 1939 die Geschicke und gründet das Unternehmen 1946 mit seinem Bruder Georg Schaeffler neu. 1949 entwickelt Georg den Nadelkäfig für Nadellager. Im Jahr 1956 folgt das erste ausländische Zweigwerk in Hagenau (Frankreich), 1958 die Werkseröffnung bei São Paulo (Brasilien). Über Jahrzehnte hinweg wächst Schaeffler durch diverse Käufe und Zukäufe – schließlich erwirbt das Familienunternehmen durch eine feindliche Übernahme den Konkurrenten FAG Kugelfischer und nimmt ihn im An- schluss daran von der Börse – ein Novum in der deutschen Geschichte. Übernahme von Continental und Krise Ab Juli 2008 richteten sich die Expan- sionspläne der Schaeffler Gruppe mit einem ersten Übernahmeangebot von je knapp 70 EUR pro Aktie an die Continen- tal AG, dabei sicherte sich das Unterneh- men einen Anteil von rund 36% durch sog. Cash-settled Equity Swaps. Inner- halb der folgenden vier Jahre sollte sich das Schaeffler-Engagement auf eine Min- derheitsbeteiligung von knapp 49,99% be- schränken. Hier wurde als Garant für alle Stakeholder der ehemalige Bundeskanz- ler Gerhard Schröder ins Feld geführt. Dies konnte jedoch das sich anbahnende Fiasko nicht verhindern: 90% der Conti- Aktien wurden der Schaeffler-Gruppe zum Preis des letzten Übernahmeange- bots für rund 75 EUR angedient. Zwi- schenzeitlich – wir schreiben das Krisen- jahr 2008 – war jedoch der Kurs an der Börse auf rund 20 EUR eingebrochen. Ge- bunden an die Verpflichtungen aus dem Wenn die Autoindustrie wie neuerdings durch die CO2 -Skandalwelle bei VW erschüttert wird, könnte man den Gedanken fassen, eine ganze Branche sei betroffen. Wie ein Lichtblick scheint die Firmengeschichte des Automobilzulieferers Schaeffler jedoch eindrucksvoll das Gegenteil zu beweisen – zwar hat der Expansionsdrang der Familie Schaeffler das Unternehmen in eine existenzbedrohende Lage gebracht, mit viel Kraft, Engagement und einem Quäntchen Glück konnte das Schlimms- te jedoch verhindert werden. Von Arthur Vorreiter Serie: Familienunternehmen an der Börse Teil 51: Schaeffler AG – Rock‘n Roll auf dem Börsenparkett Family Business Kurzprofil Schaeffler AG Branche Automotive Zentrale Herzogenaurach Größte Anteilseigner Georg Schaeffler, Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann Beim Schaeffler-Börsendebüt Ende Oktober: Georg Schaeffler (links) und Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann mit Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG, vor der Börse Foto:©SchaefflerAG 4012-2015

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