Das im Jahr 2011 von Bruno Tillier gegründete Unternehmen Synthelis mit Sitz in La Tronche, Frankreich, baut auf den Forschungen von Professor Jean-Luc Lenormand auf. Eine patentierte Technologie zur azellulären Herstellung von Membranproteinen in Anwesenheit von Liposomen ist dabei der Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Liposomen bestehen aus ähnlichen Bestandteilen wie die Zellmembran und lagern sich deshalb in wässriger Lösung zu ganz ähnlichen Strukturen zusammen.

60 Prozent der therapeutischen Ziele sind Membranproteine
Neben der Synthese von Membranproteinen übernimmt Synthelis aber auch deren Reinigung und Charakterisierung und will das gesamte Paket als Dienstleistung für forschende Unternehmen anbieten. Aktuell geht man davon aus, dass 60 Prozent aller therapeutischen Zielmoleküle Membranproteine sind, ein nicht unerhebliches Potenzial für Synthelis. Fehlfunktionen in den wichtigen Membranproteinen, die Signale aus dem extrazellulären Raum in die Zelle vermitteln, führen zu vielfältigen Krankheiten, darunter Krebs, neurodegenerative Krankheiten, metabolische Störungen, aber auch Immunstörungen und entzündliche Erkrankungen.

13 Prozent jährliches Wachstum prognostiziert
Die Anschubfinanzierung in Höhe von 610.000 EUR dient nun primär zur beschleunigten Etablierung der Service-Dienstleistung für forschende Unternehmen. Künftig sollen Pharma- und Biotech-Unternehmen die nötigen Membranproteine für F&E bei Synthelis ordern. Der Markt für F&E Services lag 2012 bei rund 20 Mrd. EUR, Equity Research rechnet außerdem mit einem jährlichen Wachstum von 13 Prozent. Das Kapital wurde von den französischen Investoren Rhone-Alpes Creation, Alpes Developpement Durable Investissement (A2D-Invest), Sud Rhone-Alpes Capital, Viaduc sowie dem Savoy und Grenoble Business Angels Netzwerk aufgebracht.

Bioäquivalente Membranproteine
Gwenael Hamon, Senior Business Manager bei Rhone Alpes Creation, seit 24 Jahren erfolgreich in der Finanzierung innovativer junger Projekte tätig, ist davon überzeugt, Synthelis hat das Zeug zu einem Marktführer in diesem Geschäft. In den letzten zwei Jahren hat Synthelis in über 20 Projekten mit renommierten Pharmapartnern über 50 Membranproteine mittels seiner innovativen Technologie hergestellt. Neben einer hohen Ausbeute von 90 Prozent bringt die Synthelis Technologie bioquivalente Membranproteine hervor – ein Novum bisher. Struktur, Eigenschaften und Transportfähigkeit der synthetischen Proteine sollen der der natürlichen Pendants entsprechen.

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