Die Vorreiterrolle konnte das Institut schon mehrfach unter Beweis stellen. So wurden von Varengold im Jahr 2000 CFDs in Deutschland eingeführt und 2005 eine erste europäische Handelsplattform für Managed Futures geschaffen. Mit der Konzeption und Entwicklung von neuen Produkten, dem Asset Management und der Abwicklung der Transaktionen deckt das Hamburger Haus in dem Bereich die gesamte Wertschöpfungskette ab und bedient ein breites Kundenspektrum, das Banken, Fondsgesellschaften und Portfolioverwalter umfasst. Allein im Privatkundengeschäft werden mehr als 5.500 Kunden gezählt.

Gewinnentwicklung bisher rückläufig
In den Zahlen spiegelt sich der Erfolg jedoch bislang nicht wider. Die Provisionserlöse stiegen 2005 nur leicht auf 5,8 (5,6) Mio. Euro und lagen im ersten Halbjahr 2006 bei 3,2 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss entwickelte sich sogar rückläufig auf 63 (93) Tausend Euro. Bis zur Jahresmitte 2006 war das Ergebnis nur noch ausgeglichen. Schuld waren zum einen neue Auflagen der BaFin, die einige Kunden aus der Vermögensverwaltung zur Aufgabe zwangen, was auch bei Varengold zu höheren Aufwendungen führte. Außerdem tummeln sich im Bereich Hedgefonds und CFDs inzwischen zahlreiche Wettbewerber, was sich in rückläufigen Margen niederschlägt.

Varengold Wertpapierhandelsbank

2005

2006e

2007e

2008e

Provisionserlöse*

5,8

6,2

10,0

20,0

Nettoergebnis*

0,06

0,1

0,4

1,0

EpS

0,04

0,07

0,27

0,67

KGV**

309,2

185,5

46,4

18,6

*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: eigene Schätzung
**) auf Basis des Festpreises


Startschuss zu dynamischer Wachstumsphase?
Der Börsengang wird nun auf Unternehmensseite als Startschuss zu einer dynamischen Wachstumsphase gesehen. Die zufließenden Mittel sollen in Beteiligungen an Portfolioverwaltern und Finanzdienstleistern im Bereich alternative Investments angelegt und auf diesem Weg das Geschäftsvolumen stark ausgeweitet werden. Durch die Nutzung der bestehenden Abwicklungsplattform werden dagegen die Kosten weitgehend stabil gehalten, also Skaleneffekte realisiert, so dass die Gewinne gesteigert werden könnten. Außerdem sind die Aufnahme nachhaltiger PR-Aktivitäten und eine zielgruppenorientierte Werbung vorgesehen, was ebenfalls zu einer deutlichen Ausweitung des Geschäfts beitragen soll.

Fazit
Eine deutliche Steigerung von Umsätzen und Erträgen wäre zwingend notwendig, um diesen Börsengang zu einem Erfolg werden zu lassen. Bei einem Emissionspreis von 12,50 Euro wird das Unternehmen mit 18,6 Mio. Euro bewertet, worin bereits viele Vorschusslorbeeren enthalten sind. Es ist nicht absehbar, wann Gewinne erzielt werden, die dieses Niveau rechtfertigen oder Chancen auf eine positive Kursperformance eröffnen. Es scheint ratsamer, beim Börsengang außen vor zu bleiben und zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten.

Matthias Wahler

Varengold – Emissionsparameter
WKN

547 930

Erstnotiz

vorauss. März

Zeichnungsfrist

maximal bis 16. März, 12 Uhr

Bookbuildingspanne

Festpreis 12,50 Euro

MarketCap

18,6 Mio. Euro

Marktsegment

Open Market (+Entry Standard)

Emissionsvolumen

0,48 Mio. Aktien aus Kap.erh. plus 72.000 Greenshoe

Emiss.volumen bis zu 6,9 Mio. Euro

Konsortium

Eigenemission

Free Float

max. 37,1%

Internet

www.varengold.de