Emissionsparameter
WKN: A0B MP0
Emissions-Pressekonferenz: 6. Oktober 2005
Zeichnungsfrist: 6. bis 12. Oktober
Erstnotiz: 20. Oktober
Plazierungspreis: 5,30 Euro (Festpreisverfahren)
MarketCap:
33 Mio. Euro (nach Greenshoe)
Marktsegment: M:access (Freiverkehr), Börse München
Volumen:
bis zu 1,3 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 200.000 Aktien aus Altbesitz, zusätzlich 200.000 Aktien als Greenshoe, der ebenfalls aus einer Kapitalerhöhung stammt
Free Float: ca. 27,3 % (nach Greenshoe)
Konsortium:
Baader Wertpapierhandelsbank (fast alle in Deutschland ansässigen Banken nehmen Zeichnungsaufträge entgegen und leiten diese an Baader weiter)

Sunline im Profil
Die Sunline AG, Fürth, entstand im laufenden Jahr durch Verschmelzung mit der bereits 1986 gegründeten GWU-Solar GmbH. Die Gesellschaft wird vom Alleinvorstand und Mehrheitsaktionär Wolfgang Wismeth geleitet und beschäftigte Ende letzten Jahres 42 Mitarbeiter. Das Kerngeschäft liegt in der Planung, Projektierung und dem Vertrieb von Photovoltaikanlagen. Sunline hat 2004 knapp 85 % des Umsatzes mit netzgekoppelten Solarstromanlagen erwirtschaftet, circa 5 % im Projektgeschäft und rund 10 % im sogenannten Insel- und Consumer-Geschäft.

Weiteres Wachstum verspricht sich das Unternehmen insbesondere im Inselgeschäft, d.h. bei Anlagen und Produkten die den Strom nicht ins öffentliche Netz einspeisen und daher unabhängig von einer staatlichen Förderung (wie dem EEG Erneuerbares Energien Gesetz) betrieben werden können. Konkret ist die Vermarktung einer patentierten solaren Straßen- und Gehwegleuchte geplant, später soll ein solares Wasserentkeimungsgerät folgen.

Umsatz- und Ertragsentwicklung
(Umsatz / EBIT/ Ergebnis je Aktie)

2003: 19,0 / 0,3 / 0,01
2004: 33,1 / 0,7 / 0,06
2005e: 44,7 / 2,3 / 0,21
2006e: 80,4 / 4,3 / 0,36
Quelle: Independent Research; Angaben in Mio. Euro bzw. Ergebnis je Aktie in Euro

Börsengang und Bewertung
Die Erstnotierung der Sunline AG soll am 20. Oktober im Freiverkehr der Börse München (M:access) sowie der Börsen Frankfurt und Berlin-Bremen erfolgen. Die Transaktion wird von der Baader Wertpapierhandelsbank begleitet. Zeichnungsaufträge nehmen fast alle in Deutschland ansässigen Banken entgegen. Bei voller Ausübung des Greenshoe (wovon beim derzeitigen Kapitalmarktumfeld für Photovoltaik-Aktien ausgegangen werden kann) fließen dem Unternehmen ca. 8 Mio. Euro zu, die MarketCap beträgt zur Emission ca. 33 Mio. Euro.

Die Vergleichsunternehmen Conergy und Phönix Sonnenstrom verfügen über einen deutlich höheren Marktanteil und konnten in der Vergangenheit eine höhere Wachstumsdynamik als Sunline nachweisen. Sunline, die bereits seit 19 Jahren am Markt sind, wurde insbesondere im letzten Jahr von zahlreichen Wettbewerbern überholt, die jedoch Finanzinvestoren an Board hatten, und so am raschen Marktwachstum besser teilhaben konnten. Der entscheidende Engpaßfaktor bei Sunline waren hingegen in der Vergangenheit die finanziellen Mittel, wie Vorstand Wolfgang Wismeth auf der Emissions-Pressekonferenz erläuterte. Das Wachstum wurde daher deutlich begrenzt.

Das KGV der Wettbewerber beträgt für das kommende Jahr 21,9 bzw. 19,6. Auf Basis eines möglichen Plazierungspreises von 5,30 Euro (Festpreisverfahren) ergibt sich für Sunline bei einem Gewinn je Aktie von 0,49 Euro (Basis: 6,225 Mio. Aktien nach IPO) ein 2006er KGV von 10,8, was zunächst recht günstig erscheint. Da etwa ein Drittel des Emissionserlöses in die Rückführung von Bankverbindlichkeiten fließen soll, bleibt jedoch nur wenig Spielraum für die geplante internationale Expansion

Fazit:
Für Sunline spricht die lange Historie und Erfahrung am Markt. Doch aufgrund der Positionierung innerhalb der Wertschöpfungskette und der augenblicklichen Überhitzung der Photovoltaik-Branche am Kapitalmarkt sollten Zeichnungsgewinne zeitnah realisiert werden. Aufgrund des geringen Emissionsvolumens und der Möglichkeit, über fast alle Banken zu Ordern, ist ohnehin mit einer sehr hohen Überzeichnung und nur einer geringen Chance auf eine Zuteilung zu rechnen.

Robert Steininger, Christian Schiffmacher

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