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Das Unternehmen
Der Überwachungskameraspezialist wurde 1999 von Ralf Hinkel, dem heutigen Vorstandsvorsitzenden, gemeinsam mit seiner Frau Sabine Hinkel sowie Klaus Borchers gegründet. Ursprünglich hat sich Mobotix auf die Herstellung von Webcams spezialisiert. Nach und nach erkannten Hinkel & Co. allerdings das Potenzial von professionellen Kamera-Überwachungssystemen. Heute präsentieren sich die Kaiserslauterer als Spezialist für digitale, netzwerkbasierte Video-Überwachungslösungen. Dabei liefert Mobotix nicht nur die Hardware, sondern auch eine Software für das Videomanagement. Am Standort in der Pfalz beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 130 Mitarbeiter. Etwa ein Drittel davon ist in der Produkt- und Softwareentwicklung tätig. Der überwiegende Rest wird in der Herstellung der Kameras nebst den Zubehörteilen eingesetzt.

Markt und Wettbewerb
Heute basieren noch 80 % aller Videoüberwachungssysteme auf Analogtechnologie. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten hat sich Mobotix dem Teilsegment der Netzwerkkameras auf der Grundlage von digitaler Technologie verschrieben. Laut Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan wird dieser Teilmarkt in den kommenden Jahren um 30 bis 40 % per annum wachsen. Als Treiber dieser Entwicklung erweist sich neben dem allgemein steigenden Bedarf nach Videoüberwachung auch der Trend zu einer immer höheren Bildauflösung. Zudem haben digitale Systeme Effizienz- und Kostenvorteile gegenüber den analogen Lösungen. Hauptwettbewerber der Deutschen ist das schwedische Unternehmen Axis Communications, das zugleich unangefochtener Weltmarktführer in digitaler Überwachungstechnik ist. Darüber hinaus sind zahlreiche große Konzerne wie Bosch oder Siemens in dem Markt tätig. Sie fokussieren sich im Gegensatz zu Mobotix aber überwiegend auf die Analogtechnik. Mobotix vertreibt seine Kameralösungen weltweit in über 70 Ländern. Eingesetzt werden die Produkte beispielsweise in Hotels, Bahnhöfen, Tankstellen, Parkhäusern oder Polizeistationen. Deutschland ist zwar der wichtigste Einzelmarkt, allerdings erzielten die Pfälzer bereits 56 % der letztjährigen Gesamtleistung von mehr als 24 Mio. Euro jenseits deutscher Grenzen.

Mobotix – Geschäfts- und Kennzahlen

Gj. 2006/07

2007/08e

2008/09e

Gesamtleistung*

24,1

33,5

46,0

Nettoergebnis*

2,5

3,3

4,6

Gewinn je Aktie

0,57

0,75

1,04

KGV max.**

27,4

20,8

14,9

*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: DZ Bank
**) auf Basis des Festpreises von 15,50 Euro


Geschäftsentwicklung und Risiken
Mobotix ist in den vergangenen Jahren kräftig expandiert. Der durchschnittliche Umsatzzuwachs seit der Geschäftsperiode 2003/04 betrug 41 % pro Jahr. Dabei verzeichnete die Gesellschaft stets eine prozentual zweistellige EBIT-Marge. Im Geschäftsjahr 2006/07 betrug diese sogar 18,2 %. Aufgrund höherer Marketingaufwendungen und Personalkosten dürfte die operative Marge zunächst auf rund 15 % sinken. Für die Folgeperioden erwartet die DZ Bank wieder einen Anstieg in Richtung des Rekordniveaus aus dem Jahr 2006/07. Größte Risikofaktoren sind neben der relativ geringen Unternehmensgröße die starke Abhängigkeit von Unternehmensgründer Ralf Hinkel sowie von einigen wenigen Lieferanten, was allerdings für einen Mittelständler beides nicht ungewöhnlich ist. Entscheidend ist vielmehr die Konkurrenzsituation mit bestehenden bzw. künftigen Herstellern, die sich von den hohen Wachstumsraten der Überwachsungsbrache angezogen fühlen dürften.

Börsengang und Mittelverwendung
Der Gang an den Entry Standard sollte ursprünglich am 27. September erfolgen. Da sich die Gesellschafter jedoch mit dem Konsortialführer über die Höhe der Bookbuildingspanne nicht einigen konnten (siehe auch GoingPublic Magazin 10/2007), wurde der Börsengang kurzfristig gestoppt. Während die DZ Bank 13 bis 16 Euro für realistisch hielt, wollten die Eigner mindestens 15 bis 18 Euro fordern. Nunmehr hat man sich nach zweiwöchiger Denkpause auf 15,50 Euro Festpreis geeinigt, wobei sich Hinkel und Putsch nicht von Anteilen trennen. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Mobotix neue Produkte einführen und bestehende Systeme um neue Funktionalitäten erweitern. Darüber hinaus sollten Vertrieb und Marketing gestärkt werden.

Fazit
Das KGV für das laufende Geschäftsjahr, das Mitte nächsten Jahres endet, liegt bei knapp 21. Angesichts eines erwarteten mittelfristigen Ergebniswachstums von 26 % p.a. ist das zwar nicht überteuert. Die Aktie des Hauptkonkurrenten Axis wird derzeit mit einem 2008er KGV von rund 30 bewertet, wobei die Schweden als klarer Marktführer aber einen Aufschlag verdient haben. Mobotix ist eine interessante Investmentstory, doch zeigten die letzten Small- und MidCap-Börsengänge allesamt, dass die Discounts beim Emissionspricing höher auszufallen haben, als sie es dann waren. Mobotix bietet mit dem gewählten Festpreis keinerlei Abschlag mehr auf den von der DZ Bank errechneten Fair Value. Daher raten wir von einer Zeichnung ab – womöglich kann man auch Mobotix-Aktien später über die Börse günstiger erwerben.

Christian Scheid

Mobotix – Emissionsparameter
WKN

521 830

Erstnotiz

10. Oktober

Zeichnungsfrist

bis 9. Oktober, 12 Uhr

Bookbuildingspanne

15,50 Euro Festpreis

MarketCap

68,6 Mio. Euro

Marktsegment

Open Market (Entry Standard)

Emissionsprospekt

ja

Emissionsvolumen

0,61 Mio. Aktien aus Kapitalerhöhung,

zzgl. 0,3 Mio. Aktien von Altaktionären

plus 40.000 Aktien Greenshoe von Altaktionären

Emissionsvolumen 14,7 Mio. Euro

Konsortium

DZ Bank

Free Float

max. 21,5 %

Internet

www.mobotix.com