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Noch bis 30. September können neue Aktien der bereits im Frankfurter Freiverkehr notierten HYDROTEC AG im Auktionsverfahren gezeichnet werden. Ausgegeben werden 0,67 Mio. Aktien, die allesamt aus einer Kapitalerhöhung stammen. Es wurde ein Mindestausgabepreis von 12 Euro je Aktie festgelegt. Begleitet wird die Kapitalerhöhung von der Foerstner, Beiler & Co. Wertpapierhaus AG.

Knapp 0,55 Mio. Altaktien sind seit dem 17. August am Frankfurter Freiverkehr gelistet, wobei sich die Altgesellschafter zu einer Haltefrist von einem Jahr nach Ablauf der Zeichnungsfrist verpflichtet haben.

Die HYDROTEC AG geht auf einen 1985 gegründeten Ingenieursbetrieb zurück und wurde 1992 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Spezialgebiet von HYDROTEC ist die Behandlung von Wasser, angefangen vom Kalk- und Korrosionsschutz für Rohrleitungen über die UV-Entkeimung von Trinkwasser bis hin zu Brauchwasseraufbereitung. Darüber hinaus stellt HYDROTEC auch Geräte zur Wassereinsparung sowie automatische Absperrventile gegen Rohrbrüche her. Zu den Industrie-Kunden zählen das Volkswagenwerk Emden, das KKW Grohnde/Hameln sowie die Brauerei Carlsberg-Tetley. Die Produkte zur Wasserentkalkung werden in Luxushotels, z.B. in Dubai und München, sowie auf dem Wimbledon Tennis Centre Court genutzt.

Grundlage für den Mindestpreis von 12 Euro ist eine Unternehmensbewertung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WTM Wirtschaftstreuhand München. Danach ergäbe sich bezogen auf eine maximale Anzahl von 1,22 Mio. Aktien ein Unternehmenswert von 13,26 Euro je Aktie. Beim gegenwärtigen Stand des Auktionsverfahrens ist nach Angaben der Foerstner, Beiler & Co. Wertpapierhaus AG mit einem Ausgabepreis zwischen 13,50 und 14 Euro zu rechnen.

HYDROTEC-Aktien werden aktuell mit über 16 Euro im Freiverkehr gehandelt. Der Handel gestaltet sich jedoch äußerst markteng und ist daher nicht aussagekräftig. Sobald ausreichend Stücke auf den Markt kommen, dürfte der Aktienkurs unter Druck geraten.

Das Unternehmen verbuchte im letzten Jahr einen Umsatz von 1,88 Mio. Euro, eine Steigerung gegenüber 1999 um 12,5 %. Der Verlust weitete sich im Jahresvergleich von 0,08 Mio. Euro auf 0,2 Mio. Euro aus. Für das Jahr 2001 wird ein leichter Umsatzrückgang auf 1,82 Mio. Euro erwartet, für das Ergebnis wird ein Minus von 0,1 Mio. Euro prognostiziert. Auch das kommende Jahr wird mit einem Verlust behaftet sein, da hier noch nach Angaben des Unternehmens vermehrte Investitionen zu Buche schlagen. Erst im Jahr 2003 will das Unternehmen Profite einfahren, dann allerdings rechnet man gleich mit einem Gewinn von knapp 2 Mio. Euro bei einem Umsatz von gut 7 Mio. Euro.

2000

2001(e)

2002(e)

Umsatz (Mio.)

1,88

1,82

3,2

EPS

-0,16

-0,09

-0,82

(Quelle: GoingPublic Research; alle Angaben in Euro)

Gerade im Bereich der häuslichen Wasseraufbereitung sieht das Unternehmen erhebliches  Marktpotential, was durch eine Marktstudie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan auch bestätigt wird. Hier laufe man allenfalls Gefahr, als bis dato relativ kleines Unternehmen den „logistischen Herausforderung“ des Marktes nicht gewachsen zu sein. Aus diesem Grund sollen mit den Emissionserlösen an acht Standorten in Deutschland mehrere sogenannte Kompetenzzentren eingerichtet werden. In diesen können dann Hausbesitzer und Handwerker über die technischen Möglichkeiten der Wasseraufbereitung informiert bzw. geschult werden. Auch im Ausland sieht man großen Bedarf für die Produkte von HYDROTEC. Im Jahr 2005 will das Unternehmen über 50 Mio. Euro Umsatz machen und dem Marktführer im Bereich Wasserbehandlung durch UV-Strahlung, Wedeco, das Wasser reichen.

Fazit

HYDROTEC verfügt über eine breite Produktpalette und hat im Bereich Wasseraufbereitung und -behandlung einige technologisch überzeugende Lösungen anzubieten. Unklar bleibt allerdings, wie das Unternehmen mit seinen gegenwärtig knapp 30 Mitarbeitern überdurchschnittlich am Marktwachstum partizipieren und ab 2003 hohe Renditen erzielen will. Auch der aktuelle Auftragsbestand von knapp 7 Mio. Euro, verteilt auf mehrere Jahre, läßt die gegenwärtigen Planungen reichlich ambitioniert erscheinen. Zudem läßt die niedrige Gesamtstückzahl eine schlechte Handelbarkeit der Aktien im Freiverkehr erwarten. HYDROTEC muß erst noch zeigen, ob es halten kann, was es verspricht. GoingPublic rät deshalb von einer Zeichnung ab.