Im Vorfeld der Notierungsaufnahme am 14. Dezember platzierte die in Frankfurt ansässige Gesellschaft 4 Mio. Aktien, was etwas mehr als 40 Mio. EUR in die Kassen spülte. Bisherige Aktionäre sind die BF Holding (13%), Altira (8%), zwei Pearlfisher-Fonds (zusammen rund 10%) sowie Silvia Quandt & Cie (4%).

Derzeit vier Beteiligungen
Mag Frankfurt auch der Hauptsitz sein, ADC sieht sich ausschließlich in Afrika nach interessanten Beteiligungsmöglichkeiten um. Und das auch wiederum nur sehr fokussiert im Finanzsektor. „Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister braucht jeder. Das kommt mit zunehmendem Wohlstand ganz automatisch“, erläutert Managing Director Olaf Meier gegenüber dem GoingPublic Magazin. Aktuell ist ADC in vier Beteiligungen in vier unterschiedlichen Ländern aktiv: Simtel (Ruanda), Bange (Äquatorial Guinea), iVeri (Südafrika) und Premier Finance Group (Simbabwe). Bei der Banque Rwandaise de Dévelopment und Kigali City Council loan erfolgten bereits zweit Exits mit IRRs (Internal Rate of Return) von jeweils rund 15%.

Sub-Sahara im Aufwind
Afrika wurde in den letzten fünf Jahrzehnten von Investoren sträflich vernachlässigt. Allerdings hat es selbst auch nicht sonderlich viel für seinen Ruf getan bzw. tun können. Ausnahmen sind eventuell Nigeria und Angola sowie Südafrika. Hohe Sterblichkeitsraten, Korruption und Bürgerkriege schrecken viele Investoren nach wie vor ab. Indes, rund 90% der Sub-Sahara-Zone (SSZ) zählen zu Ländern mit demokratischen Strukturen. Allein im vergangenen Jahrzehnt wuchs das BIP der SSZ um das Achtfache auf 1.800 Mrd. USD. Kein Wunder also, dass einige afrikanische Börsen in letzter Zeit zu den weltweit besten Performern gehörten – dabei verfügen einige der für Investoren viel versprechendsten Märkte nicht mal über eine Börse.

Früher Vogel
Aus diesem Grund kommen häufig nur Direktinvestments in Frage. Dabei steht Afrika noch ganz am Anfang einer wie auch immer gearteten Investitionsstory. ADC ist in dieser Beziehung früh dran und in guter Position, die Wertschöpfungskette ganz am Anfang zu attackieren. So lag der Return bei Bange in der Spitze bei 135%. Interessant ist die wegweisende Übereinkunft, die ADC und die Weltbank-Tochter MIGA Anfang 2009 besiegeln konnten: Alle gegenwärtigen und künftigen Investments in 14 SSZ-Ländern sind zu 90% gegen Währungsschwankungen, Kriege und Enteignung gesichert – wenn man so will, eine Put-Option für den Fall der Fälle.

Fazit
Eine interessante Kiste: wie ein Fonds, nur fokussierter und hautnäher. Direkter kann man in Sub-Sahara nicht investieren.

Falko Bozicevic

ADC – Emissionsparameter
WKN A1E 8NW
Erstnotiz 14. Dezember
Erster Kurs 12,10 Euro
MarketCap ca. 92 Mio. Euro
Marktsegment Entry Standard
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen ca. 43 Mio. Euro (PP)
Konsortium biw, Silvia Quandt & Cie
Free Float ca..50 %
Internet www.african-development.com

                       

Ursprünglich erschienen in der GoingPublic Ausgabe 01/2011.

 

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