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Das Unternehmen
Das operative Geschäft unter dem Dach der Holding erfolgt aus der Datagroup IT Services GmbH, die ihren Sitz in Pliezhausen hat. Laut Hans-Hermann Schaber, CEO der Gesellschaft, betreut das Unternehmen den kompletten Lebenszyklus im Bereich IT-Dienstleistung, angefangen von der Beschaffung bis hin zum technischen Support. Damit wurden im vergangenen Geschäftsjahr 2004/2005 rund 30 Mio. Euro Umsatz erzielt.

Bislang ist das Unternehmen relativ stark von Aufträgen der Öffentlichen Hand abhängig. Schließlich wurden zuletzt noch fast zwei Drittel der Umsätze mit Partnern aus diesem Bereich generiert. Ein Blick in das aktuelle Kundenportfolio mit Namen wie DaimlerChrysler, Bosch, Marsh und Porsche zeigt jedoch, dass es zunehmend gelingt, weitere Kundenkreise zu erschließen. Eine Aufgabe, die CEO Schaber im Gespräch mit GoingPublic auch für die Zukunft als ganz wesentlich ansieht.

Akquisitionsstrategie
Mit dazu beitragen soll auch die erprobte Akquisitionsstrategie. Mit dieser vom Vorstand als „Buy and turn around“ bezeichneten Strategie wolle man aktiv an der Marktkonsolidierung teilnehmen. „Der extreme Margenverfall im Handels- und Dienstleistungsgeschäft wird nur die effizientesten der IT-Branche überleben lassen. Hier sehen wir mit unserer bewiesenen Profitabilität die große Chance, in dem Verdrängungsmarkt eine aktive Rolle zu spielen.“ In der Tat konnte Datagroup im Geschäftsjahr 2004/2005 mit einer EBITDA-Marge von 5,0 % die bereits börsennotierte Konkurrenz wie Bechtle (4,5 %) und Cancom (3,8 %) – die allerdings umsatzmäßig in einer anderen Liga spielt – schlagen. Geht es nach Schaber, ist mit der 5 %-Marke das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Ein erstes Indiz dafür liefert auch die Marge im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (zum 31. März 2006), die bei 6,7 % lag.

Neben der Steigerung der Profitabilität steht für Schaber nach dem Börsengang das Wachstum der Gesellschaft im Mittelpunkt. So soll der Umsatz in den ersten beiden vollen Geschäftsjahren nach dem IPO (2006/2007 und 2007/2008) um jeweils mindestens 25 % gesteigert werden. Unterstellt man für das laufende Geschäftsjahr 2005/2006 einen Umsatz von rund 32 Mio. Euro, hieße das im Geschäftsjahr zum 30. September 2008 Umsätze von 50 Mio. Euro. Gelingt es der Gesellschaft dabei, die Marge bei 7 bis 8 % zu stabilisieren, könnten Aktionäre mit einem EBITDA zwischen 3,5 und 4,0 Mio. Euro rechnen.

Börsengang & Bewertung
Im Rahmen des Börsengangs, der von der Süddeutschen Aktienbank als Konsortialführer begleitet wird, sollen 1,4 Mio. Aktien am Markt platziert werden. Die ursprünglichen Pläne des Unternehmens lagen um einiges höher, allerdings musste man dem nicht unbedingt idealen Marktumfeld Tribut zollen. Zwar stammen 400.000 Aktien aus einer Umplatzierung, allerdings handelt es sich dabei laut Schaber um Aktien aus dem Bestand der Muttergesellschaft, womit ein Kredit abgelöst werden soll, der für bereits getätigte Akquisitionen aufgenommen wurde.

Größere Wettbewerber wie Bechtle und Cancom werden derzeit am Markt mit dem rund 12- bis 14-fachen der für das laufende Geschäftsjahr erwarteten Gewinne bewertet. Unterstellt man im laufenden Geschäftsjahr (Gj.ende: 30. September) ein Nettoergebnis in der Größenordnung von rund 1,3 Mio. Euro, so würde dies auf eine vergleichbare Bewertung von 16 bis 18 Mio. Euro hinauslaufen. Angesichts der geringen Unternehmensgröße und der Vorsicht am Markt gegenüber Neuemissionen ist die gewählte Bewertung bei 14 Mio. Euro auf Basis eines Emissionspreises von 3,20 Euro erfreulicherweise darunter geblieben.

Fazit
Derzeit ist IT an den Aktienmärkten nicht unbedingt ein Selbstläufer. Das Management und die Berater haben diesem Faktor mit einem – gegenüber den ursprünglichen Überlegungen – verkleinerten Angebot Rechnung getragen, um den Börsengang und das weitere Wachstum des Unternehmens nicht zu gefährden. Diese Vernunft spiegelt sich auch im Emissionspreis wider, so dass von Unternehmensseite alle Hausaufgaben für ein einfolgreiches IPO gemacht wurden. Aufgrund der günstigen Bewertung sollten Anleger die Aktien zeichnen, auch wenn kurzfristig keine großartigen Zeichnungsgewinne zu erwarten stehen.

Frank Schnattinger, Falko Bozicevic

 

Datagroup IT-Services Holding AG – Emissionsparameter

WKN

A0JC8S.

Zeichnung (Festpreisverfahren)

3,20 Euro

Zeichnungsfrist

5. bis 8. Sep.

Erstnotiz

14. Sep.

Marktsegment

Entry Standard

Volumen

1,4 Mio. Aktien, davon 1,0 Mio. Kapitalerhöhung

Konsortium

Süddeutsche Aktienbank AG

Free Float

25 %

Internet

www.datagroup.de