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Ausgegeben werden 1.003.800 Stückaktien, von denen 681.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 322.800 Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre stammen. Zusätzlich steht ein Greenshoe von 117.000 Aktien aus einer weiteren Kapitalerhöhung zur Verfügung. Neben dem Konsortialführer Landesbank Baden-Württemberg begleiten die Direkt Anlage Bank und equinet securities den Börsengang.

Die BioTissue Technologies AG wurde 1997 als Spin-off der Universitätsklinik Freiburg gegründet. Das Unternehmen entwickelt intelligente Technologien zum Wiederaufbau von Körpergewebe. So sind die Freiburger mit dem Produkt BioSeed in der Lage, aus körpereigenen Zellen Hautgewebe zu züchten und dies auf Wunden des Patienten aufzutragen. Dieses Verfahren verspricht innerhalb weniger Wochen Heilung bei chronischen Wunden, die auf herkömmlichen Wege mit Salben selbst nach monatelanger Behandlung nur unzureichend versorgt werden können. BioTissue sieht für die Anwendung von BioSeed allein in Deutschland ein Potential von rund 200.000 Patienten. Allerdings stellt die noch nicht endgültig geklärte Regelung der Kostenerstattung ein Risiko dar. Bisher übernehmen zwei private Krankenversicherungen im Einzelfall die Kosten für die Behandlung. Mit den gesetzlichen Krankenkassen wird aber bereits verhandelt.

Das zweite, am Markt eingeführte Produkt MelanoSeed dient der Behandlung von Pigmentstörungen. Hier erwartet BioTissue, daß viele Patienten unabhängig von der Erstattungsfrage durch Krankenkassen die Kosten aus ästhetischen Gründen selbst tragen. Weitere Produkte zum Aufbau von Knorpel, Knochen und Mundschleimhaut werden erforscht.

Im laufenden Jahr rechnet GoingPublic mit einem Umsatz von 0,3 Mio. Euro und mit einem Verlust von 3,8 Mio. Euro. Für 2001 wird bei einem Umsatz von 1,8 Mio. Euro ein Verlust von 7 Mio. Euro prognostiziert. Den Break Even erwartet GoingPublic für das Jahr 2004.

BioTissue Technologies hat sich auf dem Gebiet des Tissue-Engineering sehr gut positioniert. Mit den bereits zugelassenen „BioSeed-S“ und „MelanoSeed“ hat das Team um CEO Rainer Seubert bereits die Fähigkeit bewiesen, marktfähige Produkte entwickeln zu können. Die gefüllte Pipeline sorgt für weitere Wachstums-Phantasie. Aus den noch wenig aussagekräftigen Umsatz- und Ertragszahlen läßt sich kein Urteil über die Bewertung der BioTissue-Aktie ableiten. Vielmehr sollte sich die Aufmerksamkeit des Anlegers auf das Potential der Technologie richten. equinet securities schätzt das Marktvolumen für die Behandlung von Gewebsverlust auf derzeit rund 350 Mrd. Euro. Die realistische Chance, ein bedeutender Player in diesem Markt zu werden, wiegt das zwar vorhandene, jedoch überschaubare Risiko, von Wettbewerbern wie co.don oder Modex Therapeuticals technologisch überholt zu werden, mehr als auf. Zudem beweist das Management das Vertrauen in das eigene Unternehmen mit einer freiwillig auf 36 Monate verlängerten Lock-up-Periode für die eigenen Aktien. Vor diesem Hintergrund ist eine Marktkapitalisierung zur Emission von maximal 100 Mio. Euro auch im aktuell schwachen Börsenumfeld ein attraktives Angebot an die Investoren, sich an der vielversprechenden Zukunft des Unternehmens zu beteiligen. GoingPublic rät deshalb zur Zeichnung.