Nach Prüfung diverser Verkaufsoptionen hat sich Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Hermann Thiele letztlich für den Gang aufs Parkett entschieden: Die Zeichnungsfrist für einen Anteil von bis zu 30% der Aktien läuft noch bis zum 11.Oktober. Das Angebot stößt seit Bekanntgabe bereits auf große Nachfrage  und somit könnte der Börsengang mit einem Bruttoerlös von bis zu 4,2 Mrd. EUR der zweitgrößte nach Siemens Healthineers in diesem Jahr werden.

Börsengang

Das Angebot umfasst rund 35 Mio. Basisaktien der Knorr-Bremse AG aus dem Bestand des Eigentümers Heinz Hermann Thieme, der im Rahmen einer Aufstockungsoption weitere gut 8 Mio. Basisaktien bereitstellt. Dazu besteht die Möglichkeit einer Mehrzuteilung von bis zu 5,25 Mio. Aktien vorbehaltlich der Ausübung einer Greenshoe-Option. Sollten alle ca. 48 Mio. Aktien zugeteilt werden wird sich der Streubesitz von Knorr Bremse auf 30% beziffern.

In diesem Falle würde sich ein Brutterlös von 3,5 bis 4,2 Mrd. EUR und eine Marktkapitalisierung zwischen 11,6 und 14 Mrd. EUR ergeben. Seitens der Altaktionäre wurde eine Lock-up-Frist von sechs Monaten vereinbart. Die Deutsche Bank, J.P. Morgan und Morgan Stanley begleiten den geplanten Börsengang als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Berenberg, Commerzbank, UBS, und die UniCredit Bank fungieren zusätzlich als Joint Bookrunners.

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“Nach Bekanntgabe unserer Börsenpläne haben wir sehr positives Feedback von Investoren und anderen Stakeholdern erhalten. Das bestätigt uns in unserer festen Überzeugung, dass dieser Börsengang der nächste logische Schritt für uns ist“, betont Klaus Deller, Vorstandsvorsitzender von Knorr-Bremse.

Knorr-Bremse – Angebotsübersicht Emissionsparameter
WKN KBX100
Zeichnungsfrist bis 11.Oktober
Erstnotiz 12.Oktober
Preis 72 – 87 EUR
MarketCap 11,6 bis 14 Mrd. EUR
Marktsegment Frankfurt/Main (Prime Standard)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen 3,48 Mrd. – 4,21 Mrd. EUR
Konsortium Dt. Bank,J.P. Morgan,Morgan Stanley (Jt.Gl.Co.)/Berenberg, ,Commerzbank,UBS,UniCredit (Jt.Br.)
Free Float max. 30%

Börsengang dient der Nachfolgeregelung

Es wurde schon länger über einen Börsengang von Knorr-Bremse spekuliert, währenddessen Eigentümer und seines Zeichens Firmenpatriarch Thiele seit geraumer Zeit eine Nachfolgeregelung für das Unternehmen plante. Spekuliert wurde auch über einen Verkauf des Unternehmens – Conti und Bosch standen als Kandidaten im Raum. Thiele setzte auch auf seine Kinder für die zukünftige Unternehmensführung, doch dies zerschlug sich u.a. als Sohn Henrik, vormalig als Vorstand für den Bereich Schienenfahrzeuge zuständig, Knorr Bremse 2015 überraschend verließ. Tochter und Miteigentümerin Julia Thiele-Schürhoff leitet den sozialen Verein Knorr Bremse Global Care und sitzt seit März 2016 im Aufsichtsrat. Thiele hat seinen operativen Einfluss im Unternehmen nun zuletzt reduziert und einen kapitalmarkterfahrenen Vorstand installiert.

Ende August wurde im Zuge dessen der bisherige Aufsichtsratschef Hans-Georg Härter abgelöst und der ehemalige Daimler-Vorstand und Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold als Nachfolger präsentiert. Der ehemalige Deutsche-Bahn- und Siemens-Manager Jürgen Wilder übernimmt den zuvor von Klaus Deller in Personalunion geleiteten Unternehmensbereich Systeme für Schienenfahrzeuge.

Im Hinblick auf den geplanten Börsengang hebt Deller hervor, dass Knorr-Bremse seine strategische Positionierung in seinen Kernmärkten ausbauen will und mit Fokussierung auf die Zukunftstrends Urbanisierung, Öko-Effizienz, Digitalisierung und Automatisiertes Fahren weiter wachsen will. Das IPO soll Knorr-Bremse eine stabile strategische und finanzielle Basis verschaffen.

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