Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich laut DIRK-Stimmungsbarometer stark verschlechtert. Das gilt sowohl für die aktuelle als auch die zukünftige Lage. Für die Zukunftsaussichten wird der größte Rückgang seit Beginn der Umfrage 2006 verzeichnet.
Das DIRK-Stimmungsbarometer zeigt im Herbst eine deutliche Abkühlung des Geschäftsklimas in Deutschland. Im Auftrag des Deutschen Investor Relations Verbands (DIRK) befragt GfK zweimal im Jahr Investor-Relations-Manager börsennotierter Unternehmen in Deutschland zu deren Einschätzung von der aktuellen und zukünftigen Lage ihrer Unternehmen.

Bernhard Wolf, GfK
Bernhard Wolf, GfK

Mit Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage geht der DIRK-Stimmungsindikator nach einem vorherigen Aufwärtstrend nach unten. Er fällt deutlich von 35 Punkten im Frühjahr auf aktuell 9 Punkte. Der zweite Indikator zur Einschätzung der Zukunftsaussichten für das eigene Unternehmen ist noch stärker gesunken. Im Frühjahr war nur eine leichte Verringerung um 4 Punkte zu verzeichnen. Nach aktueller Umfrage lag der Indikator nur noch knapp im Plus, was einem Rückgang von 41 Punkten entspricht und somit den größten Rückgang seit der Erhebung des DIRK-Stimmungsbarometers darstellt.

Ist die Script Dividend die bessere Dividende?

Der Begriff Script Dividend oder Wahldividende steht für das Wahlrecht des Aktionärs, seine Dividende wie bisher in bar oder in Form von neuen Aktien zu erhalten. In Deutschland wird sie erst seit 2013 eingesetzt. Damit beginnt sich erst ein Standard zu entwickeln. Wie denken die IR-Verantwortlichen in Deutschland, Österreich und der Schweiz über das Thema? Dieser Frage ist GfK im Auftrag des DIRK mit dem Stimmungsbarometer nachgegangen.
2014 wurde das Instrument erst von sechs Gesellschaften eingesetzt. Damit hat es sich noch nicht am Kapitalmarkt etabliert und auch die Antworten deuten darauf hin, dass die Meinungsbildung noch in vollem Gange ist. Erst 9% aller deutschen Gesellschaften haben das Thema mit ihren Aktionären im Gespräch getestet und nur 3% haben das Instrument bisher eingesetzt.

Deutschland: Einschätzung derzeitige Lage
Deutschland: Einschätzung derzeitige Lage. Quelle: DIRK, GfK

Als die wichtigsten Vorteile der Aktiendividende sehen die Befragten die Schonung der Liquidität, das Wahlrecht für die Aktionäre zwischen der Bardividende oder Aktiendividende und die Stärkung des Eigenkapitals. Gegen den Einsatz einer Aktiendividende spricht hauptsächlich die Komplexität der Transaktionsstruktur. Als weiteren Nachteil sehen die befragten IR-Manager die Benachteiligung von Privataktionären durch Kostenbelastung ihrer Hausbanken und die nicht sinnvolle Teilnahme von Privataktionären mit kleinen Aktienbeständen.

Ob sich eine Aktiendividende lohnt, hängt unter anderem von der Annahmequote ab. 40% der in Deutschland an einer Aktiendividende interessierten Unternehmen sehen eine Annahmequote zwischen 40 und 60% als Voraussetzung an. Sollten 2015 die Unternehmen eine Aktiendividende anbieten, würde die überwiegende Mehrheit der Befragten die Schaffung der notwendigen Aktien über das genehmigte Kapital bevorzugen. 9% der deutschen IR-Manager geben an, dass sie das Thema Aktiendividende bereits mit ihren jeweiligen Aktionären besprochen haben. Gefragt nach der durchschnittlichen Reaktion der Aktionäre stehen 40% der institutionellen Anleger diesem positiv gegenüber.

Dies ist eine Vorabveröffentlichung aus dem GoingPublic Magazin 1-2/2015

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