Bildnachweis: Kurhan@stock.adobe.com.

Der „Börsen-Krimi“ um den DAX-Konzern Wirecard geht weiter: Wie das Unternehmen heute bekannt gab, können die Geschäftszahlen für 2019 erneut nicht veröffentlicht werden –  die Aktie stürzte in der Folge dramatisch ein.

Der beauftragte Wirtschaftsprüfer EY hatte Wirecard zuvor darüber informiert, dass ein Testat des Jahresabschlusses für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 weiterer Prüfungen bedarf. So gebe es keine ausreichenden Prüfungsnachweise für Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Mrd. EUR.

Bei den die Treuhandkonten führenden Banken handelt es sich um zwei asiatische Banken. Beide Institute verfügen über Investmentgrade Ratings. Der seit 2019 amtierende Treuhänder nimmt in Asien zahlreiche Mandate wahr, hieß es weiter in der Pressemitteilung.

Folgen für den Kapitalmarkt

Nach Veröffentlichung der Ad-hoc-Meldung stürzte die Wirecard-Aktie drastisch um mehr als 50% ein. Bereits seit über einem Jahr hat das Aschheimer Fintech mit massiven Vorwürfen zu kämpfen – darunter die der Bilanzmanipulation.

Der Wirecard-Skandal bleibt sicherlich nicht ohne Folgen für den Kapitalmarkt: Ein Anstieg von Anlegerklagen wird erwartet. So sieht sich die Tübinger Kanzlei TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP) nach der heutigen Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung bestätigt, dass Wirecard mehrfach erheblich gegen deutsches und europäisches Kapitalmarktrecht verstoßen und sich damit gegenüber Anlegern und Investoren schadensersatzpflichtig gemacht hat.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.