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Eine aktuelle Studie der beiden IR-Agenturen IR.on und NetFederation zeigt, dass es eine Menge Potenzial in der analog-digitalen Verschmelzung von Kommunikationsaktivitäten bei den DAX30 Konzernen gibt. Dabei wurden die Geschäftsberichte 2017 sowie die aktuellen Websites der Unternehmen untersucht.

Die Ergebnisse zeigen die ganze Bandbreite von nicht eingehaltenen Versprechen bis hin zum pragmatischen Einsatz userorienter Innovationen. Ein Viertel der DAX-Konzerne sieht sich laut ihren aktuellen Geschäftsberichten als digitaler Vorreiter: Rund 90 % der DAX-Unternehmen definieren Digitalisierung als Teil ihrer Unternehmensstrategie, so auch bei der Kommunikation. Die Studie zeigt aber auch, dass solche Versprechen in der Wirklichkeit für den User und potenziellen Anleger nur selten wahrnehmbar.

Quelle: IR.on/NetFederation
Quelle: IR.on/NetFederation

„Auch wenn das Digitalisierungsversprechen im Geschäftsbericht einen großen Raum einnimmt, bedeutet es vielfach nicht, dass dieser Anspruch auf den entsprechenden Kanälen gelebt wird“, betont Thorsten Greiten, Geschäftsführer der NetFederation GmbH.

Absolutes Schlusslicht der Untersuchung ist die Commerzbank: Das Bankhaus verspricht im Geschäftsbericht jede Menge Digitalisierung, setzt dies laut Analyse aber in keiner Weise um. So gibt es u.a. keine mobile, responsive IR-Website sowie langsame, veraltete Technik und veraltetes Design.

Aus der Studie lassen sich folgende Schlussfolgerungen ableiten:

  • Digitalisierung ist bei Mehrheit der DAX-Unternehmen ein zentrales Thema im Geschäftsbericht.
  • Ein Viertel aller DAX-Konzerne sieht sich in ihrer Branche als „digitaler Vorreiter“.
  • Die DAX-Vorstände sehen die Digitalisierung als Chance für ihr Geschäftsmodell.
  • 90 % aller DAX-Unternehmen begreifen die Digitalisierung als Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie.
  • Auch wenn die Digitalisierung im Geschäftsbericht einen großen Raum einnimmt, bedeutet es vielfach nicht, dass dieser Anspruch auch auf den Websites gelebt wird.
  • Die Hälfte der Unternehmen hat deutlichen Ausbaubedarf, 20 % werden ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht!
    • Es gibt die digitalen IR-Profis: o Digitalisierung ist von zentraler Bedeutung und Bestandteil der Unternehmensstrategie.
    • o Das Thema wird im Geschäftsbericht sehr stark kommuniziert.
    • o Die Investor-Relations-Abteilungen kommunizieren mit ihrer Zielgruppe innovativ und modern auf digitaler Augenhöhe und sind in der Lage, die Strategie in ihrem Bereich umzusetzen.
    • o Zu den Profis gehören Allianz, BASF, BMW, Daimler, Telekom, Deutsche Post, Henkel, SAP und Volkswagen.
    • Das Feld der Pragmatiker zeichnet sich aus durch: o Das Thema Digitalisierung wird im Geschäftsbericht erwähnt, aber in der Finanzkommunikation noch nicht durchgängig „gelebt“.
    • o Die Investor-Relations-Abteilungen zeigen gute Ansätze und arbeiten mit „Bordmitteln“.
    • o Viel Potential bleibt jedoch ungenutzt.
    • o Zum Feld gehören, Bayer, E.ON, Fresenius Medical Care, Linde, Merck und Vonovia.
    • Unternehmen, für die Digitalisierung keine oder nur eine kleine Rolle spielt und die auch noch nichts umgesetzt haben („Rookies“), zeichnen sich aus durch:
  •  Das Thema Digitalisierung wird im Geschäftsbericht nur mäßig erwähnt und schlägt sich auch nicht in der digitalen Unternehmens-oder Finanzkommunikation nieder.
  • Die Anleger werden mit ihren Erwartungen an die digitale Wachstumsstory alleingelassen.
  • Zu den Rookies gehören Continental, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Lufthansa, Fresenius, Infineon, RWE, Siemens und ThyssenKrupp.
  • Digitalisierung ist von zentraler Bedeutung und Bestandteil der Unternehmensstrategie.
  • Das Thema wird im Geschäftsbericht sehr stark kommuniziert.
  • Das Erleben der Digitalisierungs-Story ist dagegen eine herbe Enttäuschung. Die IR-Abteilungen sind nicht in der Lage, die Anforderungen adäquat umzusetzen und hinken hinter allg. Standards (z. B. Mobile Website) weit hinterher.
  • Zu den Verlierern der Untersuchung gehören adidas, Beiersdorf, Covestro HeidelbergCement und MunichRe. Absolutes Schlusslicht ist die Commerzbank.

 

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de