Walmart hat (zumindest kurzzeitig) den Verkauf von Waffen vorbeugend eingestellt, Städte werden abgeriegelt und Geschäfte bleiben, wie auch viele Einwohner hinter Barrikaden. Es klingt als wäre in den USA ein „Purge“ ausgerufen worden, dabei steht im „großartigsten Land der Welt“ eigentlich „nur“ eine demokratische Wahl an. Eine Wahl, bei der bereits im Vorfeld von beiden Seiten viel über Wahlbetrug diskutiert wird; die das ohnehin schon gespaltene Land noch weiter auseinandertreiben wird. Es kann durchaus sein, dass Trump ein mögliches Wahlergebnis gegen ihn nicht akzeptiert und sich weigert sein Amt zu räumen. Zusätzlich könnte das Wahlergebnis im ganzen Land zu Ausschreitungen führen und Städte für einen unbestimmten Zeitraum in Chaos stürzen.

Deutsche Anleger beobachten die Geschehnisse in den USA sehr genau, denn Amerika bleibt der wichtigste Absatzmarkt für „Made in Germany“ Produkte. Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland Güter im Wert von 118,7 Mrd. EUR in die Staaten; mehr als jedes andere Land und sogar 6% mehr als im Vorjahr.

4 Szenarien für Wahl mit 2 Kandidaten

Die höchst beunruhigenden Entwicklungen sind natürlich auch für die Börse von großer Relevanz. Aus Sicht der Anleger gibt es wohl vier interessante Szenarien:

-Biden gewinnt, aber der Senat bleibt bei den Republikanern

-Biden gewinnt und der Senat kippt ebenfalls

-Trump wird wiedergewählt

-Biden gewinnt und Trump erkennt die Wahl nicht an

Wie die Börsen auf welches Ergebnis reagieren ist aktuell fast unmöglich vorherzusagen, da in dem komplexen Geflecht aus Unruhen, politischer Willkür und dem Corona-Virus einfach zu viele Komponenten von Unsicherheit geprägt sind. Verschiedene Tradinganbieter haben ihre Margin-Anforderungen erhöht, was ein klarer Indikator dafür ist, dass mit einer hohen Volatilität gerechnet wird.

Noch vor einiger Zeit suggerierte die allgemeine Meinung noch, dass Trump als Unternehmerfreundlicher Präsident die Börse positiv beeinflussen würde. Joe Biden plane dagegen, die von Trump durchgesetzte Unternehmensteuersenkung von 35% auf 21% wieder Rückgängig zu machen. Dennoch scheinen viele Experten Biden nun viel eher zuzutrauen die Pandemie einzudämmen, was im aktuellen Umfeld (wirtschaftlich) im Vordergrund steht.

Sofern man den Umfragen Glauben schenken darf, hat Joe Biden aktuell die Nase vorn: Den Aussagen des amtierenden Präsidenten zufolge, wird die Welt bei seiner Nicht-Wiederwahl „einen Crash sehen, wie es ihn noch nie gab“. Ob das amerikanische Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre tatsächlich auf ihn und seine Arbeit zurückzuführen ist, oder ob er viel mehr ein Nutznießer des Erfolges von Apple, Amazon, Facebook und Co war, bleibt zu diskutieren.

Aktuell scheinen die Märkte mit einem geregelten Ablauf zu rechnen und sogar auf ein frisch geschnürtes Corona-Konjunkturpaket zu spekulieren. Sämtliche Indizes verlaufen heute positiv: Der österreichische ATX steht 2,5% im Plus, der Dax konnte die 12.000 Punkte Markte, die als wichtige psychologischer Basis gilt überwinden und auch der Dow Jones zeigt sich mit einem Zuwachs von 1,2% freundlich.

Über den Autor

Timothy Veigel
Timothy Veigel

Timothy Veigel ist bei der GoingPublic Media AG in der Redaktion, sowie in der Kundenbetreuung tätig.