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Bildnachweis: ©Roman Bodnarchuk– stock.adobe.com..

Die GECCI Gruppe realisiert bezahlbaren Wohnraum innerhalb eines neuen Geschäftsmodells. Zur Finanzierung hat die Gruppe Ende 2020 zwei Anleihen emittiert. GECCI-Gründer Gerald Evans im Gespräch über die Kommunikation mit Anlegern, seine Kapitalmarktambitionen und aktuelle operative Entwicklung.

GoingPublic: Herr Evans, GECCI ist erst seit vergangenem Herbst mit zwei Anleihen am Kapitalmarkt aktiv. Stellen Sie uns Ihr Unternehmen bitte kurz vor.

Evans: GECCI realisiert bezahlbaren Wohnraum innerhalb eines integrierten Geschäftsmodells: vom Baustoffeinkauf über die Projektentwicklung und den Bau bis zur Mietübereignung als eine einzigartige Finanzierungsalternative. Wir haben die Mietübereignung als Alternative zur Bankfinanzierung oder dem Mietkauf entwickelt. Bis zur Eigentumsübergabe wird ein Mietvertrag zu ortsüblichen Konditionen mit einer Laufzeit von 23 bis 32 Jahren vereinbart. Die Miete ist über die gesamte Laufzeit fest und als Sicherheit wird eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen. Nach dem Ende der Mietzeit wird der Mieter zum Eigentümer. Eigenkapital am Anfang oder Ende sind nicht nötig. Während der Mietzeit generiert GECCI gut planbare Mieterträge.

Sie verlassen sich auf eine externe IR-Agentur. War Ihnen als Debütemittent von Beginn an klar, dass Sie in puncto Investor Relations auf Hilfe von außerhalb setzen würden?

Wir nehmen den Kapitalmarkt ernst und wollen uns als verlässlicher Emittent etablieren. Das dafür notwendige Vertrauen der Anleger muss man sich als Neuling erarbeiten. Daher haben wir von Anfang an externe Kapitalmarktexperten ins Boot geholt, die uns auf unserem Weg begleiten. Dies zahlt sich mehr und mehr aus, wie jüngste Empfehlungen zeigen.

Die Nachrichtenfrequenz bei GECCI ist ja durchaus hoch – erfreulich hoch. Wie entscheiden Sie, was ‚nachrichtenwert‘ ist und was man ggf. doch lieber auf einen Zwischenbericht verschiebt?

Dies ist natürlich ein Spagat – manche Anleger wollen nur wirklich wichtige Nachrichten erhalten und andere am liebsten jede Woche über den aktuellen Baufortschritt informiert werden. So weit lassen wir es nicht kommen, aber als neuer Emittent ist es aus unserer Sicht vernünftig, lieber eine Meldung zu viel zu machen als eine zu wenig.

Knifflige Frage: Wie schwierig ist es generell für einen Anleiheemittenten, seine ‚Stakeholder‘ zu erreichen? Namensaktienemittenten haben es da deutlich leichter.

Da ist man als Emittent auf die Stakeholder angewiesen. Auf unserer Homepage kann sich jeder Anleger oder Interessent für unseren Newsletter anmelden. Darüber hinaus versuchen wir natürlich, sie über breit gestreute Pressemitteilungen und aktive Pressearbeit zu erreichen. Auch die Teilnahme an Kapitalmarktkonferenzen, wie zuletzt der MKK, dient nicht nur dazu, neue Anleger zu überzeugen, sondern auch dazu, bestehende zu informieren.

Lesen Sie hier unsere IPO News.

ESG-Themen gewinnen bei Anlegern immer mehr an Bedeutung. Wie sieht es da bei GECCI aus?

Erneuerbaren Energien und nachhaltigen Materialien gehört die Zukunft – auch bei bezahlbarem Wohnraum. GECCI baut ausschließlich Massivhäuser, die mindestens dem Energiestandard KfW-55 entsprechen. Mit Ziegelwänden, modernen Fotovoltaikanlagen und Energiespeichern können wir auch KfW-40 und über 90% energieautarke Immobilien realisieren – egal ob Neubau oder Sanierung. Trotzdem sind unsere Objekte preislich sehr attraktiv. Im aktuellen Research von GBC zur Aufnahme von GECCI in den Anleiheauswahlindex GBC MAX wurde das Thema erstmals aufgegriffen und positiv bewertet.

Kommen wir zur operativen Entwicklung. Die ersten Projekte sind angelaufen?

Richtig. In Bockenem läuft die Erschließung. In wenigen Wochen werden wir auf den rund 8.460 m² mit dem Bau der zehn Einfamilienhäuser beginnen. Die Eigenheime werden jeweils über eine Wohnfläche bis 180 m² verfügen. Die Nachfrage ist erfreulich, die Hälfte der Häuser ist reserviert. Auch die erstrangigen Sicherheiten für die Finanzierungsgemeinschaft – dazu gehören unsere Anleiheinvestoren – sind eingetragen.

Und wie sieht es in Düren aus? In NRW ist GECCI jetzt erstmals aktiv geworden.

Dort haben wir ja Anfang April zwei nebeneinanderliegende Grundstücke mit 546 bzw. 420 m² gekauft. Auf den Grundstücken befinden sich jeweils ein Eckreihenhaus mit 113,5 m² Wohnfläche und ein Reihenhaus mit 122,3 m² Wohnfläche. Der Notartermin für den Kauf des angrenzenden dritten Hauses soll noch im Juni erfolgen. Alle drei Objekte befinden sich bereits im Rohbau. Der Innenausbau startet in Kürze. Zunächst haben wir uns auf die Sicherung von Baumaterial konzentriert.

Hier finden Sie unsere umfassenden IPO Analysen.

Stichwort Baumaterial – zahlreiche Bauunternehmen kämpfen bei der Materialbeschaffung mit Preiserhöhungen und Lieferengpässen. Sie auch?

Aufgrund unseres integrierten Geschäftsmodells können wir hier Entwarnung geben. In den vergangenen Wochen hat sich der GECCI-Baustoffhandel große Bestände – insbesondere an Bauholz, Dachziegeln, Mauersteinen, Fenstern und Dämmstoffen – direkt vom Hersteller gesichert. Damit decken wir nicht nur den Bedarf unserer Projekte, sondern beliefern inzwischen sogar andere Bauunternehmen. Wir werden den Bereich Baustoffhandel künftig weiter ausbauen und dadurch unsere Margen erhöhen.

Blicken wir in die Zukunft: Was können Anleger erwarten?

In den kommenden Monaten steht natürlich die Realisierung der ersten Projekte im Fokus. Außerdem sind wir an einigen großen Arealen dran. Wenn wir nur bei einem den Zuschlag bekommen, werden wir in eine ganz neue Liga aufsteigen. Im Sommer wird dann unser Franchisesystem zur Wachstumsbeschleunigung starten. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Mietübereignung langfristig zu einer attraktiven Alternative zur klassischen Bankfinanzierung entwickeln wird – nicht nur in Deutschland.

Lässt sich die Idee im Rahmen eines Franchising skalieren?

Grundsätzlich erfüllen wir Menschen ihren Traum vom Eigenheim auf zwei Wegen: Zum einen kaufen wir Areale und entwickeln aktiv die Objekte; zum anderen kommen Interessenten aus allen Teilen Deutschlands auf uns zu. Nach der Bonitätsprüfung suchen wir gemeinsam nach Grundstücken und realisieren die Immobilie. Allein im Raum Leipzig haben wir inzwischen schon eine zweistellige Anzahl von Anfragen. Ein regional verwurzelter Franchisepartner kann diese Nachfrage naturgemäß besser bedienen – er hilft bei der Grundstückssuche, übernimmt die gesamte Beratung vor Ort und koordiniert den Bau.

Herr Evans, besten Dank für Ihr Update und die Einblicke in Ihr – noch – junges Kapitalmarktdasein.

Über den Autor

Falko Bozicevic ist Chefredakteur des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für das Portal BondGuide (www.bondguide.de)