Nach dem abgewehrten Übernahmeversuch vor rund zwei Wochen, wagt die Busch-Gruppe einen zweiten Anlauf für den geplanten Kauf von Pfeiffer Vacuum. Das freiwillige Übernahmeangebot an die Pfeiffer-Aktionäre sei um 14% auf 110 Euro je Aktie in bar erhöht worden, teilte Busch am Mittwoch  mit.

Zusätzlich könnten Aktionäre die Dividende von 3,60 EUR je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr von Pfeiffer Vacuum erhalten. Der Aktienkurs von Pfeiffer steigt derweil weiter nach oben: So notieren die Aktien aktuell bei mehr als 117 Euro – also deutlich über dem Übernahmeangebot.

Widerstand seitens des Pfeiffer-Managements?

PK Pfeiffer Vacuum
PK Pfeiffer Vacuum am 23. März

Bei der Bilanz- und Pressekonferenz von Pfeiffer Vacuum letzte Woche, hatte CEO Manfred Bender noch bekräftigt, dass eine Übernahme unter den alten Konditionen ausgeschlossen sei und Pfeiffer unabhängig bleiben wolle.  „Wir kämpfen für Pfeiffer Vacuum und unsere Aktionäre, aber nicht gegen Busch“, betonte Bender.

Als größter Aktionär wolle Busch Investitionen langfristig absichern –  Busch hält aktuell fast 30% an Pfeiffer. Die Abwicklung des neuen Übernahmeangebots soll erst nach der ordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai und damit nach dem Dividendenzahltag erfolgen.

Laut Medienberichten habe die Busch-Gruppe die Bereitschaft bekräftigt, den kürzlich durch Busch begonnenen Dialog mit dem Vorstand fortzuführen. Auch der Arbeitnehmervertretung von Pfeiffer Vacuum sei ein Gesprächsangebot unterbreitet worden. Im Falle eine Übernahme durch Busch, solle das Geschäftsmodell von Pfeiffer erhalten sowie das Management autark bleiben.

Die familiengeführte Busch-Gruppe stieß beim Vorstand von Pfeiffer mit ihre ersten Offerte auf eindeutigen Widerstand: Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns aus Aßlar hatten Ende Februar den Aktionären empfohlen, das ursprüngliche Gebot von 96,20 EUR je Aktie auszuschlagen. Die Offerte spiegele das Wertpotenzial von Pfeiffer nicht wider, außerdem gebe es bislang kein strategisches Konzept zur Zusammenarbeit, so die Begründung von Pfeiffer damals.

Pfeiffer glänzt nach wie vor mit stabilen Geschäftszahlen: Im letzten Jahr stieg das Nettoergebnis des Vakuumspezialists um 12% auf 47 Mio. EUR bei einer EBIT-Marge von 14,3% (2015: 13,5%). Für 2017 erwarte man außerdem einen deutlichen Umsatzanstieg gegenüber 2016.

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