Die VW-Tochter Traton wird deutlicher in Sachen IPO-Pläne: So soll der Börsengang vor der Sommerpause – also vermutlich in ca. vier Wochen – im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an der Nasdaq Stockholm über die Bühne gebracht werden.

Auf eine Kapitalerhöhung werde dabei verzichtet –  die Wolfsburger begründen dies mit der starken Kapitalstruktur und Cash Flow-Generierung. Somit werden alle angebotenen Aktien aus dem Besitz der Volkswagen AG bereitgestellt. VW bleibt damit auch weiterhin Mehrheitsaktionär seiner LKW-Sparte Traton, einem Konglomerat aus den Tochtergesellschaften MAN, Scania und einer brasilianischen Einheit.

„Der Börsengang wird die Grundlage für das weitere Wachstum bilden und uns größere unternehmerische Flexibilität sowie Zugang zu den Kapitalmärkten verschaffen. Wir haben ein ganz klares Ziel für Traton: die Schaffung eines Global Champion der Transportbranche“, zeigt sich Andreas Renschler, Vorstandsvorsitzender von Traton und Vorstandsmitglied von Volkswagen, optimistisch.

Erst vor wenigen Monaten wurde das Traton-Projekt IPO auf Eis gelegt – zumindest nach außen hin, offiziell. Der Autobauer soll Insidern zufolge  10 bis 15% seiner Traton- Anteile platzieren wollen – damit könnte der Emissionserlös bei rund 2 Mrd. EUR liegen. schwer werden. Erst vor wenigen Wochen ging man noch von 5 bis 6 Mrd. EUR aus.

Als Joint Global Coordinators agieren im Zusammenhang mit der geplanten Transaktion die Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs International und J.P. Morgan. Als Joint Bookrunners sind BofA Merrill Lynch, Barclays, BNP PARIBAS, SEB sowie die UniCredit Bank AG beteiligt. Die COMMERZBANK, HSBC, Société Générale und die Landesbank Baden-Württemberg wurden zu CoLead Managers ernannt.

Das aktuelle Marktumfeld wird derzeit als wackelig eingeschätzt – Abacus Medicine hatte seinen für Ende letzter Woche geplanten Börsengang erneut auf Eis gelegt. Auch dass 80% der Vorjahres-IPOs am Ende des Jahres im Minus lagen, macht Investoren aktuell nicht gerade unbedingt Appetit auf Commitments vor Handelsstart.

 

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de