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Eine aktuelle Mittelstandsstudie zeigt: Für Unternehmen wird es schwieriger, ihre Hausbank von der Finanzierung ihrer Investitionen zu überzeugen. Hatte im vergangenen Jahr nur gut jeder dritte Betrieb Schwierigkeiten, stößt mittlerweile jeder zweite Mittelständler auf Widerstand bei seiner Hausbank.

Das sind Ergebnisse der im dritten Jahr in Folge durchgeführten Studie „Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0“ des digitalen Mittelstandsfinanzierers creditshelf gemeinsam mit der TU Darmstadt.  „Der Konjunkturmotor stottert, darauf reagieren die Banken sehr sensibel. Niemand möchte jetzt Problem-Kredite in sein Portfolio aufnehmen. Entsprechend vorsichtig finanzieren die Institute neue Vorhaben der Unternehmen“, erklärt Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf.

Während im vergangenen Jahr noch 63% der befragten Unternehmen angaben, dass sie ihre Hausbank leicht von neuen Investitionen überzeugen konnten, waren es 2019 nur noch 51%. „Das ist ein deutlicher Rückgang und verschärft die Situation des deutschen Mittelstands beträchtlich“, erläutert Bartsch.

Digitalisierung führt zu mehr Investitionen

„Vor allem in Anbetracht einer rasend schnell voranschreitenden Digitalisierung müssen die Unternehmen in Deutschland ihre Investitionen erhöhen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben“, erläutert Prof. Dr. Dirk Schiereck, der die Studie begleitet hat. Der Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt warnt deshalb vor einer zu defensiven Kreditvergabe der Banken und rät zu alternativen Finanzierungsquellen.

Für die Finanzierung neuer Anlagen, Maschinen oder Geräte verlangt die Hausbank bei rund der Hälfte aller Kredite immer noch dingliche Sicherheiten. Digitale Kreditportale seien je nach Ausrichtung flexibler aufgestellt.

Die Studie beruht auf einer Mitte 2019 durchgeführten Befragung von creditshelf. Insgesamt nahmen 259 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrieunternehmen an der Befragung per Online-Erhebung durch ein Marktforschungsinstitut teil. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de