Schwacher Start für das IPO-Jahr 2019: Im ersten Quartal wurden laut aktueller EY-Analyse mit weltweit 199 Börsengänge rund 41% weniger Neuemissionen verzeichnet als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen sank sogar um 74% auf rund 13 Mrd. USD.

Die Hauptgründe für die abwartende Haltung von Börsenkandidaten waren – neben der gewohnten Zurückhaltung in einem ersten Quartal – zunehmende Unsicherheiten durch geopolitische Risiken: wie z.B. handelspolitische Spannungen zwischen den USA, China und Europa, der anstehende Brexit und die Haushaltssperre in den USA, die auch die für Börsengänge zuständige SEC betraf.

IPO-Aktivität in Europa in Q1/2019. Quelle: EY.
IPO-Aktivität in Europa in Q1/2019. Quelle: EY.

Im traditionell zweitgrößten Markt Europa wagten im ersten Quartal nur 23 Unternehmen den Sprung aufs Börsenparkett – also rund die Hälfte weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen dieser vergleichsweise kleineren Unternehmen lag mit 350 Mio. USD sogar 98% unter dem Vorjahreswert.

Flaute auf dem deutschen IPO-Markt

Auf dem deutschen Markt gab es bislang keine Neuemission – obwohl durchaus sehr große IPOs in der Pipeline waren; darunter die VW-Trucksparte Traton, die ihre IPO-Pläne vorerst auf Eis legte. „Die derzeitige Hängepartie beim Brexit ist Gift für das Klima im Kapitalmarkt – das Risiko eines harten Brexit besteht nach wie vor, und IPO-Kandidaten dies- und jenseits des Ärmelkanals warten dringend auf eine Klärung. Erst wenn sich dieser Nebel der Unsicherheit verzogen hat, kommen der deutsche und der europäische IPO-Markt wieder auf die Beine“, betont Dr. Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY.

Viele Börsenkandidaten befinden sich deshalb aktuell in Warteposition und würden die Zeit nutzen, sich gut vorzubereiten. „Flexibilität und Schnelligkeit sind gefragt, wenn sich IPO-Fenster in den Folgequartalen öffnen“, so Steinbach weiter.

Die meisten IPOs wurden in Asien gezählt, wenngleich auch hier insgesamt deutliche Rückgänge zu verzeichnen waren: In China sank die Zahl der IPOs um 34% – das Emissionsvolumen an den chinesischen Börsen schrumpfte um ein Drittel auf 6,4 Mrd. USD. Relativ positiv entwickelte sich hingegen Japan: hier debütierten gleich 23 Unternehmen an der Börse (+28% im Vgl. zu 2018).