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„Der IPO-Markt hatte in diesem Jahr mit Gegenwind zu kämpfen“, beobachtet Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland. „Trotz einer eigentlich guten Entwicklung an den Aktienmärkten hielten sich viele potenzielle IPO-Kandidaten zurück.“

Handelspolitische Unsicherheiten sorgten für Zurückhaltung

Laut Dr. Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY, gab es mehrere Gründe für die relativ verhaltenen Aktivitäten und die abwartende Haltung vieler Unternehmen: „Handelskonflikte und der Brexit lähmten die IPO-Aktivität im Primärmarkt besonders in Europa. Die Sorge vor schlechten Konjunkturnachrichten und eine phasenweise relativ hohe Volatilität sorgten zudem für Verunsicherung.“ Für das kommende Jahr ist Steinbach hingegen vorsichtig optimistisch: „Im Markt herrscht die Erwartung, dass im kommenden Jahr klarer wird, in welche Richtung sich die Weltwirtschaft bewegt. Vor allem die Hoffnung auf ein Ende des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits könnte den Markt beflügeln.“

Weltweit zeichnen sich gerade für das erste Halbjahr 2020 – also vor der US-Präsidentschaftswahl – stärkere IPO-Aktivitäten ab. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Kandidaten: junge stark wachsende Unternehmen aus dem Technologiebereich, etablierte Unternehmen, Abspaltungen von Industriekonzernen sowie Unternehmen, die ihre früheren IPO-Pläne erneut vorantreiben könnten. „Es stehen viele hochkarätige Kandidaten in den Startlöchern. Das Momentum aus der Jahresendrally an den Aktienmärkten und die Niedrigzinsphase sorgen für Rückenwind. Wenn nun der Brexit einigermaßen glimpflich abläuft und sich die Handelskonflikte beruhigen, sollten zehn Börsengänge in Deutschland erreichbar sein“, so Steinbach.

IPO Markt Deutschland europaweit auf Platz zwei

Innerhalb eines insgesamt rückläufigen europäischen IPO-Markts konnte Deutschland in diesem Jahr seine Position hinter Großbritannien behaupten. Und immerhin fand mit TeamViewer der zweitgrößte europäische Deal des Jahres und die weltweit neuntgrößte Transaktion in Deutschland statt.

Die Deutsche Börse landet gemessen am Emissionsvolumen auf Rang zwei in Europa und auf Rang neun weltweit.

Technologie-Börsengänge dominieren

Unternehmen Nationalität Emissionsvolumen in Mio. US-$ Börse
Saudi Aramco Saudi Arabien 25.599,30 Saudi (Tadawul)
Alibaba Group China 12.931,00 Hong Kong (HKEx)
Uber Technologies USA 8.100,00 New York (NYSE)
Budweiser Brewing Hongkong 5.749,00 Hong Kong (HKEx)
Postal Savings Bank of China China 4.671,00 Shanghai (SSE)

Mit 263 Börsengängen und einem Gesamtemissionsvolumen von 63 Mrd. USD war in diesem Jahr der Technologie-Sektor die aktivste Branche vor dem Gesundheitssektor (174 IPOs, 23 Mrd. USD) und der Industrie
(147 IPOs, 12 Mrd. USD).

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