Q3: weniger IPOs weltweit, aber höheres Volumen

Die weltweite IPO-Aktivität war im Vergleich zum Vorjahr zwar um 22% rückläufig, dank großer China-Börsengänge kletterte jedoch das Emissionsvolumen um 9% auf 47 Mrd. USD im dritten Quartal, so die jüngste turnusmäßige Auswertung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY.

Speziell Europa erlitt im dritten Quartal einen zahlenmäßigen Rückgang um 23% und in punkto Erlöse gar eine Zehntelung auf nur noch 1,1 Mrd. USD.

In Asien sieht es derweil gemischt aus: Während China den Zulassungsprozess verlangsamt und damit die Aktivitäten im dritten Quartal etwas ausgebremst hat, erließ die Hongkonger Börse neue Regularien, die zu einem deutlichen Zustrom an Börsenaspiranten führen (werden).

In den USA legte die IPO-Zahl um 1/3 auf 47 zu, das Emissionsvolumen gar um 150% auf 12,4 Mrd. USD.

In Deutschland gab es im dritten Quartal mit dem IPO der creditshelf AG zwar nur einen Börsengang, im bisherigen Jahresverlauf wurden aber immerhin 15 Transaktionen mit einem Emissionsvolumen von insgesamt rund 9 Mrd. USD gezählt. Beide Werte liegen bereits über dem Gesamtjahr 2017 mit seinen 14 Transaktionen.

Aktivität in Europa, Indien, Mittlerer Osten und Afrika

Und mit mehreren namhaften IPO-Kandidaten, die ihre Börsenpläne bereits publik gemacht haben, wird 2018 voraussichtlich das stärkste IPO-Jahr seit dem Jahr 2000, so EY in ihrer heutigen Bestandsaufnahme.

Aktuell läuft noch bis Donnerstag die Zeichnungsfrist für den e-Scooter-Hersteller GOVECS, weitere IPO-Ambitionen sind schon öffentlich kommuniziert.

„Der bevorstehende BrExit führt derzeit zu Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten und dämpft das IPO-Klima in Europa, insbesondere aber auf dem wichtigen britischen Markt“, erläutert Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY.

Snapshots @EY

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