„Die Lage ist global gesehen so ernst wie in den letzten Jahrzehnten nicht“ – mit dieser ernüchternden Keynote leitete der renommierte Ökonom Prof. Dr. Max Otte die diesjährige CIRA Jahreskonferenz ein. Dabei fanden sich rund 250 Teilnehmer aus der österreichischen und deutschen Financial Community ein, um in insgesamt neun Panels alles über die aktuellen Trends und Entwicklungen am Kapitalmarkt zu erfahren. Besonders intensiv wurde über die derzeitigen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten diskutiert, wobei das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls nicht zu kurz kam.

„Eine nachhaltige Kapitalmarktentwicklung sowie mehr Transparenz und Offenheit wären wünschenswerte Trends für die Zukunft“, so Panelteilnehmer Andreas Wosol von Pioneer Investment Management.  Die nachfolgenden Panels boten weitreichende Einblicke in Themen wie u.a. „Kapitalmarkttransaktionen: Best Practice“, „Sag das Richtige richtig: Medien und Conference Call“, „Was erwartet sich der Markt von Small Caps“ und „Von der Strategie zur Investment Story“. Im letzten Panel entstand – angeregt durch Moderatorin  Gerda Königstorfer von Rosenbauer – die kontroverse Diskussion, ob in Zeiten des Hochfrequenzhandels überhaupt noch eine Investmentstory benötigt werde.

"Von der Strategie zur Investment Story"- Themen wie solche wurden heiß diskutiert. V.l.n.r.: Nico Baader (Baader Bank), Götz Schlegtendal (Kirchhoff Consult), Gerda Königstorfer (Rosenbauer) und Peter Kirkow (KPMG-Makinson Cowell)
„Von der Strategie zur Investment Story“- Themen wie solche wurden heiß diskutiert. V.l.n.r.: Nico Baader (Baader Bank), Peter Kirkow (KPMG-Makinson Cowell), Gerda Königstorfer (Rosenbauer) und Götz Schlegtendal (Kirchhoff Consult)

 

Professionelle IR-Arbeit unverzichtbar

Für Nico Baader von der Baader Bank steht fest, dass die Equity Story nach wie vor wichtig sei, wobei dafür eine enge Zusammenarbeit zwischen Corporate Communication und IR unabdingbar sein müsse. „Nur wenn beide Bereiche Hand in Hand arbeiten, wird die Equity Story für den Investor glaubwürdig“, so Baader in der Diskussionsrunde.

Ohnehin zeichnete sich während der Veranstaltung das Bild ab, dass eine funktionierende IR-Arbeit von höherer Bedeutung denn je für die Branche ist. „Professionelle IR-Arbeit sollte in einer eigenen Funktion ausgeübt werden, da das dem Ganzen eine andere Wertigkeit gibt. Zudem hat man so einen festen Ansprechpartner, auf den man sich jederzeit verlassen kann“, betont Diana Neumüller-Klein, Head of Investor Relations von Strabag sowie CIRA-Mitglied.

Kapitalmarkt Österreich: nicht zu unterschätzen!

Doch auch der hohe Stellenwert des oftmals unterschätzen Kapitalmarkt Österreichs innerhalb des europäischen Kontexts wurde am Konferenztag deutlich sichtbar: „In einem kleinen Marktumfeld wie Österreich ist die enge Betreuung für Emittenten sicherlich ein großer Vorteil, da es eine starke persönliche Bindung zwischen den Marketingfachkräften der Wiener Börse und den Emittenten gibt. Wir fühlen uns hier stets rundum aufgehoben“, so Neumüller-Klein weiter. Auch Hannes Roither, Head of Corporate Communications und Investor Relations von Palfinger und langjähriges CIRA-Mitglied, weiß den Wiener Handelsplatz zu schätzen: „Einer der größten Vorteile von Österreich ist die Nähe zu Osteuropa, was durch die engen und freundschaftlichen Kooperationen zu unseren östlichen Nachbarn deutlich wird. Zudem engagiert sich die Wiener Börse auch sehr für ihre Unternehmen, besonders für die kleineren. So reisen wir als Emittenten beispielsweise im Rahmen von Roadshows mehrmals im Jahr mit ihnen um die ganze Welt.“

Insgesamt herrschte den ganzen Tag lang ausgelassene, aber auch vertraute Stimmung, wobei der gegenseitige Austausch zwischen Unternehmen, Investoren und IR-lern an oberster Stelle stand. „Die CIRA-Jahreskonferenz ist eine der wichtigsten Veranstaltungen des österreichischen Kapitalmarkts und bietet die ideale Plattform um gemeinsam in Dialog miteinander zu treten sowie sich über die neuesten Trends und Marktentwicklungen auszutauschen,“erklärt Edith Franc von der Wiener Börse.

Reger Austausch auf den „Gängen“

Als krönender Abschluss wurde im Anschluss an die Diskussionsrunden noch der AAA-trend Reporting Award verliehen. Gewinner des Abends waren die Österreichische Post, die für den besten Geschäftsbericht aller börsennotierten Unternehmen ausgezeichnet wurde sowie die ÖBB-Holding, die in der Wertung der nicht börsennotierten Unternehmen an die Spitze gereiht wurde. Ehe die Veranstaltung schließlich beim gemütlichen Cocktailausklang am Abend ihr Ende fand, zog CIRA-Generalsekretärin und Mitveranstalterin Elisabeth Karner ihr abschließendes Fazit: „Besonders wichtig ist für mich bei solchen Veranstaltungen in erster Linie der inhaltliche Austausch untereinander –nicht nur während der Panels, sondern auch abseits an der Kaffeebar. Dies ist meiner Ansicht nach bei der diesjährigen CIRA-Jahreskonferenz gut gelungen, weshalb ich sehr glücklich bin.“

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