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Der Nürnberger Automobilzulieferer Leoni plant entweder einen Börsengang oder Verkauf seines Unternehmensbereichs WCS (Wire & Cable Solutions).

Grund der Abspaltung: Der Vorstand von Leoni sehe aktuell nur sehr geringe Synergien zwischen den beiden Divisionen WCS und WSD (Wiring Systems Division) und beabsichtigt deshalb, deren operative Unabhängigkeit zu erhöhen. In diesem Zuge werden Zentralfunktionen von der Holding auf die Divisionen übertragen. WCS konzentriert sich vermehrt auf Kabellösungen und Dienstleistungen.

Ob die Trennung der Unternehmensdivision mittels eines IPOs oder eines Verkaufs über die Bühne gehen soll, stehe aber noch nicht endgültig fest. Nach einer möglichen Trennung würde sich Leoni in erster Linie auf die Entwicklung des Bordnetzbereiches konzentrieren. Zu diesem Zweck hat Leoni begonnen, entsprechende Berater zu mandatieren.

„Wir sind der Meinung, dass beide Unternehmensbereiche von der Trennung profitieren werden. Diese schafft zwei klar fokussierte Geschäfte, die individuelle Markt- und Technologieentwicklungen sowie Investitionen besser und schneller umsetzen können“, betont Aldo Kamper, CEO der Leoni AG.

Mit dem Schwerpunkt im Bordnetzbereich erwartet Leoni, besser in der Lage zu sein, sich auf die Optimierung des operativen Geschäfts zu konzentrieren und seine führende Position bei Fahrzeugbordnetzen weiter auszubauen.

Abspaltung als Rettung?

Der abgespaltene Teil WCS soll sich indes zu einem führenden Anbieter von spezialisierten Kabeln und Verbindungslösungen mit einer starken Position in seinen Kernbereichen entwickeln, um sein langfristiges Wachstumspotenzial weiter auszubauen – hieß es in einer Pressmitteilung am Mittwochmorgen. WCS bediene dabei ein großes Spektrum von wachsenden Endmärkten, wie unter anderem dem Gesundheitswesen, der Fabrikautomatisierung, dem Transportwesen sowie dem Automobilmarkt.

Der angeschlagene Automobilzulieferer hatte vor wenigen Monaten sein Sparprogramm „Value 21“ vorgestellt, welches Einsparungsziele in Höhe von 500 Mio. EUR pro Jahr bis 2022 erreichen soll. Rund 75% der Einsparungen werden voraussichtlich im Unternehmensbereich WSD realisiert. Etwa 2.000 Stellen sind zudem von der Einsparung betroffen.

Leoni hatte zuletzt seine Gewinnerwartungen für 2018 verfehlt – der sehr schwache Aktienkurs (-67%, Juli 2018 bis Juli 2019) erholte sich nach Bekanntgabe der heutigen Ad-hoc-Mitteilung und stieg um mehr als 3%.

Bildnachweis Titelfoto: Leoni AG

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de